Dfb-frauen schießen slowenien ab: 5:0 und wm-kurs gesetzt

Dresden hat am Dienstagabend erlebt, was deutsche Fußballerinnen können, wenn sie wollen. 5:0 gegen Slowenien, souverän, phasenweise gnadenlos effizient – und das zum Auftakt der WM-Qualifikation für Brasilien 2027. Christian Wück hat geliefert, was er versprochen hatte: keinen Umweg, keine Experimente, nur Punkte.

Ein torfestival, das früh die richtung vorgab

Schon in der sechsten Minute war klar, wohin die Reise geht. Vivien Endemann traf eiskalt, nachdem Zala Mersnik eine gute Chance von Shekiera Martinez noch pariert hatte. Dann kam Elisa Senß in der zwölften Minute – und Slowenien war bereits in einem Loch, aus dem es nicht mehr herausfand. 19.169 Zuschauer im Dresdner Rudolf-Harbig-Stadion sahen eine Partie, die nach einer halben Stunde eigentlich entschieden war.

Wück hatte mit seiner Startelf für Gesprächsstoff gesorgt. Martinez in der Sturmspitze statt Lea Schüller, Camilla Küver und Rebecca Knaak in der Innenverteidigung – das waren keine Selbstläufer-Entscheidungen. Aber der Bundestrainer weiß, was er tut. Schüller kam später, traf zum 5:0 und meldete sich nach einem Formtief mit ihrem 55. Länderspieltor zurück. Die Botschaft ist angekommen.

Mühlhaus krönt ihr debüt mit einem tor

Mühlhaus krönt ihr debüt mit einem tor

Der schönste Moment des Abends gehörte Larissa Mühlhaus. Eingewechselt in der zweiten Halbzeit, Tor in der 53. Minute – ein Einstand, den man sich nicht besser malen kann. Neben ihr traf auch Linda Dallmann kurz nach der Pause. Wück nutzte die Partie, um Kräfte zu schonen: Kapitänin Giulia Gwinn wurde früh ausgewechselt, das Auge auf Samstag gerichtet.

Denn Samstag ist die eigentliche Prüfung. Norwegen in Stavanger, 18 Uhr, ZDF-Livestream – das ist ein anderes Kaliber als Slowenien. Die Skandinavierinnen sind der Gradmesser für diese Gruppe, und wer den Direktweg nach Brasilien nehmen will, braucht dort Punkte. Gruppensieger muss Deutschland werden, das ist die einzige Währung, die zählt.

Schüller, bühl-ausfall und ein strittiges tor

Schüller, bühl-ausfall und ein strittiges tor

Nicht alles war makellos. In der ersten Halbzeit schlichen sich Nachlässigkeiten ein, die gegen stärkere Gegner teuer werden könnten. Endemann vergab eine klare Chance, als sie frei aufs Tor zulief und am Pfosten vorbeischoss. Und der Ausfall von Klara Bühl bleibt ein Stachel – die Flügelspielerin fehlt verletzt, ebenso wie Selina Cerci. Das ist Substanz, die Wück schmerzlich vermisst.

Kurioser Schlusspunkt: Ein zweites Schüller-Tor in der 87. Minute wurde wegen angeblicher Abseitsstellung aberkannt – zu Unrecht, wie die Bilder zeigten. Videobeweis gibt es in der Qualifikation nicht. Macht nichts. Bei 5:0 braucht niemand einen Videoschiedsrichter, um zu wissen, wer die bessere Mannschaft war.