Ekitiké kehrt zurück nach paris: vom frankfurter shootingstar zum liverpool-angreifer
Ein Wechselbad der Gefühle für Hugo Ekitiké. Der junge Stürmer kehrt nun als Spieler von Liverpool ins Stade Parc des Princes zurück, nachdem seine erste Pariser Zeit von verpassten Chancen und einer überraschenden Wandlung geprägt war. Kann er dort, wo er einst scheiterte, nun überzeugen?
Die gescheiterte verpflichtung unter tuchel und pochettino
Seine Ankunft beim Paris Saint-Germain im Jahr 2022 sorgte für Aufsehen. Der damals 20-jährige Ekitiké schien der nächste große Coup des ambitionierten Klubs zu sein, der bereits ein Traumpersonal mit Messi, Neymar und Mbappé präsentierte. Doch die Erwartungen blieben unerfüllt. Unter Thomas Tuchel und später Mauricio Pochettino fand sich der junge Angreifer schwer in das Gefüge der Mannschaft ein. Seine Einsatzzeiten waren rar, und er konnte seine Qualitäten kaum unter Beweis stellen.
Luis Enrique, der später übernahm, gab ihm lediglich neun Minuten Einsatzzeit, bevor er ihn zur weiteren Entwicklung an Eintracht Frankfurt verlieh – eine Entscheidung, die sich als glänzend erwies. Denn in Deutschland entfaltete Ekitiké sein volles Potenzial. Er wurde zur Schlüsselfigur der Frankfurter Offensive und erzielte in 64 Spielen 26 Tore und bereitete 14 weitere vor. Ein beeindruckender Wert, der die Augen der Verantwortlichen im gesamten Fußball-Europa auf ihn lenkte.
Die Frankfurter Schule der Reviersportler: Eintracht Frankfurt hat sich in den letzten Jahren einen Namen als Ausbildungsverein für talentierte Spieler gemacht. Nach Haller, Jovic, Kolo Muani und Marmoush ist nun auch Ekitiké ein Beispiel dafür, wie der Verein junge Spieler fördert und sie erfolgreich weiterverkauft.

Von frankfurt nach liverpool – und zurück nach paris
Der Erfolg in Frankfurt blieb nicht unbemerkt. Liverpool schnappte sich Ekitiké im vergangenen Sommer für eine Ablösesumme von 95 Millionen Euro – ein Rekordtransfer für den Verein. Doch auch in England gestaltete sich die Eingewöhnung schwierig. Verletzungen und Konkurrenz innerhalb des Teams bremsten seinen Aufstieg. Trotzdem konnte er in 17 Spielen sieben Treffer erzielen und sechs Assists verteilen. Seine Entwicklung hat ihn jedoch zu einem französischen Nationalspieler gemacht, der nun selbstbewusster und erfahrener wirkt.
Luis Enrique räumte in der Vorbereitung ein, dass er Ekitiké einst unterschätzt habe. „Er war damals noch sehr jung und unerfahren. Jetzt ist er international etabliert und hat sich enorm verbessert“, so der spanische Coach. Vitinha, ein Mitspieler aus der Zeit in Paris, zeigte sich ebenfalls angetan: „Er hat viele Qualitäten, aber der Kontext passte damals nicht.“
Ekitiké selbst blickt positiv auf seine Zeit in Paris zurück. „Es war eine wichtige Phase in meiner Karriere. Ich habe viel gelernt und mich zu einem besseren Spieler entwickelt“, erklärte er. Er ist sich bewusst, dass er nun vor einer großen Herausforderung steht, aber er ist entschlossen, zu zeigen, was er kann. Besonders, da Kylian Mbappé ihn als einen der besten Spieler bezeichnet, mit denen er je gespielt hat.
Die Partie gegen Liverpool wird daher nicht nur sportlich, sondern auch emotional aufgeladen sein. Ekitiké will beweisen, dass er sich seit seinem Abschied aus Paris deutlich verbessert hat und dass er eine wichtige Rolle im Angriff von Liverpool spielen kann. Ob er seine ehemaligen Teamkollegen zum Schweigen bringen kann, bleibt abzuwarten.
Die Ablösesumme von 95 Millionen Euro, die Liverpool für ihn zahlte, ist ein Beweis für sein Potenzial. Markus Krösche, der Sportdirektor von Eintracht Frankfurt, fasste es treffend zusammen: „Es ist eines unserer Ziele, Spieler zu entwickeln, die sich bei uns weiterentwickeln und dann zu noch größeren Klubs wechseln.“
Doch die Herausforderung in Liverpool ist groß. Trainer Arne Slot forderte bereits Anpassungen im Spielsystem, um sowohl Ekitiké als auch den schwedischen Stürmerstar Isak unterbringen zu können. Bisher haben die beiden lediglich in sieben Spielen gemeinsam auf dem Platz gestanden. Die Statistik zeigt: Ekitiké vergibt derzeit zu viele Chancen. Seine 10 vergebene Torchancen in der Champions League sind ebenso hoch wie die von Vinicius und Gyökeres.
Trotzdem, oder gerade deswegen, blickt Ekitiké selbstbewusst nach vorne. Er weiß, dass er noch viel Luft nach oben hat und dass er alles daran setzen wird, um seine Erwartungen zu erfüllen. Seine Zukunft in Liverpool hängt davon ab, ob er sich in das Spielsystem von Trainer Slot integrieren kann und ob er seine Chancen konsequent verwertet. Die Reise nach Paris wird für ihn zu einem Test – und einer Chance, zu zeigen, was er wirklich draufhat.
