Eisschnellläufer jasch überrascht mit tour-of-the-alps-sieg!
Ein Wechsel, der für Gesprächsstoff sorgt: Lennart Jasch, einst aufstrebendes Talent im Eisschnelllauf, hat bei der diesjährigen Tour of the Alps die Königsetappe gewonnen – und das als erster Profi-Sieg. Der 25-Jährige, der den Radsport erst seit gut zweieinhalb Jahren betreibt, katapultierte sich damit in den Kreis der deutschen Radelite und weckt Erinnerungen an den Vorjahres-Tour-de-France-Dritten Florian Lipowitz.
Ein ungewöhnlicher karriereweg
Die Geschichte von Jasch ist alles andere als gewöhnlich. Nach Jahren im Eisschnelllauf, wo er bis zur Senioren-Nationalmannschaft gehörte und von Olympischen Spielen träumte, zwang ihn eine langwierige Reha zu einer radikalen Neuorientierung. Dabei offenbarte sich ein überraschendes Talent auf dem Radergometer. „Ich bin im Training auch ab und zu mit Älteren gefahren und hatte da schon das Gefühl, dass die irgendwie nicht besser als ich auf dem Rad waren“, erinnert sich Jasch im Gespräch mit Sport1.
Die Parallelen zu Florian Lipowitz sind dabei frappierend. Beide teilen das gleiche Geburtsjahr (2000) und durchliefen ähnliche, untypische Karrierewege. Lipowitz, der im Biathlon begann, fand ebenfalls im Radsport eine neue Bestimmung. Beide wurden durch Reha-Phasen zu einem Wechsel motiviert, der ihnen nun zu bemerkenswerten Erfolgen verhilft.

Das sprungbrett wintersport?
Die Frage, ob der Wintersport das perfekte Sprungbrett für den Erfolg im Radsport sein könnte, wird nun lauter diskutiert. Jasch selbst glaubt, dass es vor allem eine Frage des Zufalls ist, wann man die richtige Sportart findet. „Ich habe die Sportart, die besser zu mir passt, eben erst später gefunden“, erklärt er. Der Radsport bietet hierbei den Vorteil, dass grundlegende Fähigkeiten wie das Radfahren bereits vorhanden sind, was den Einstieg im Profibereich erleichtert.
Jasch's Aufstieg ist bemerkenswert: Er hat in zwei Jahren Radsport mehr erreicht, als in zehn Jahren Eisschnelllauf. Ein Erfolg, der nicht nur ihn selbst, sondern auch den deutschen Radsport bereichert. Sein Vater, Helge Jasch, der selbst bei Amateurrennen startete, weckte in ihm schon als Kind die Begeisterung für das Radfahren. „Als Kind schaut man doch sehr viel zu seinem Vater auf“, so Jasch.
Die kommenden Aufgaben stehen für den 25-Jährigen bevor. Ob er an seine bisherigen Leistungen anknüpfen kann, wird sich zeigen. Doch eines ist sicher: Deutschland hat mit Lennart Jasch eine neue, aufregende Rad-Hoffnung aus den Reihen des Wintersports.
