Eishockey-schock: deb-team verpasst viertelfinale – kreis unter druck!

Zürich – Die Ernüchterung ist komplett: Das deutsche Eishockey-Nationalteam hat die Vorrunde der Weltmeisterschaft verpatzt und muss ohne Viertelfinalteilnahme die Heimreise antreten. Ein müder 6:3-Sieg gegen Großbritannien reichte nicht, um die verpassten Chancen wiedergutzumachen – und die Diskussion um Bundestrainer Harold Kreis eskaliert.

Ein team voller fragezeichen

Die Leistung der Mannschaft war schon gegen Großbritannien alles andere als überzeugend. Zwar sorgten Karachun, Tiffels, Wagner, Eder, Samanski und Gawanke für einen letztlich sicheren Sieg, doch die Schwächen in der Defensive und im Spielaufbau waren allzu deutlich. Kapitän Moritz Seider fasste es treffend zusammen: „Wir haben das Turnier schon vorher verloren. Wir haben dem Gegner zu viel geschenkt.“ Seine Worte hallen nach und treffen den Kern des Problems: Die frühen Niederlagen gegen Lettland und die USA haben die Situation unerträglich gemacht.

Die Buhrufe in Zürich waren ein deutliches Signal. Schon bei der Vorstellung der Mannschaft vor dem Spiel wurden Kreises Namen von deutschen Fans mit Pfiffen unterbunden. Ob der 67-Jährige die Heim-WM im kommenden Jahr überhaupt noch an der Bande stehen darf, ist höchst fraglich. Die Olympia-Enttäuschung in Mailand wirkt nach, und die aktuelle WM hat die Kritik nur noch verstärkt.

Lettland und die verpasste chance

Lettland und die verpasste chance

Besonders schmerzhaft war die Niederlage gegen Lettland (0:2). „Ein absoluter Pflichtsieg“, so Seider verärgert. Auch das Spiel gegen die USA (3:4 nach Penaltyschießen) nagt an der Mannschaft. Die Führung bis fünf Minuten vor Schluss verspielt – das ist bitter. Kreis' Entscheidung, bei dem strittigen Ausgleichstor kein Videobeweis zu fordern, kommt nun besonders ungünstig.

Die USA, die als eine ihrer schwächsten Mannschaften seit der WM 2010 antraten, hätten dem deutschen Team den sicheren Einzug ins Viertelfinale ermöglichen können. Doch die verpasste Chance lässt nun eine Zukunft ohne Harold Kreis immer wahrscheinlicher erscheinen. Die Begeisterung nach dem Silbercoup 2023 ist längst einer tiefen Enttäuschung gewichen. Die Spieler wirken frustriert, das Trainerteam überfordert – und die Fans sind enttäuscht.

Die Diskussion um die Zukunft des deutschen Eishockeys hat gerade erst begonnen. Es bleibt abzuwarten, wie die Verantwortlichen reagieren und ob sie den Mut haben, einen Neuanfang zu wagen. Eines ist jedoch klar: So kann es nicht weitergehen.