Eisenach versinkt im auswärtschaos – göppingen feiert den retter buchele
Zwölf Auswärtsduelle, zwölf Niederlagen. Der ThSV Eisenach ist in der Handball-Bundesliga zum Statistiker-Magneten mutiert, und die jüngste 23:26-Pleite bei Frisch Auf! Göppingen schmeckt nach dem gleichen alten Rezept: mangelnder Killerinstinkt plus ein gegnerisches Torhüter-Wunder.
Die 4800 Zuschauer in der EWS-Arena sahen am Montagabend zwei Akteure, die alles entschieden. Linksaußen Felix Aellen warf sieben Tore, doch der eigentliche Held hieß Julian Buchele. Der 22-jährige Göppinger Eigengewächs kam in der 17. Minute, kassierte bis dahin acht Gegentore – und wehrte danach unglaubliche zwölf Bälle ab.
Der wechsel, der eisenachs seele brach
Trainer Ben Matschke zog den Hebel, weil sein Team beim 8:8 feststeckte. Buchele nahm die Anweisung mit einem Lächeln entgegen: „Ich hab versucht, locker zu bleiben. Ruhe war Trumpf.“ Die Ruhe steckte prompt den Gästen an. Eisenach verwarf freie Würfe, spielte sich fest, kassierte den 13:16-Rückstand zur Pause und fand nie zurück.
Auf der Gegenseite stemmte sich Altmeister Silvio Heinevetter mit acht Paraden gegen das Debakel, doch selbst der 39-Jährige kann kein Tor schießen. „Wir fehlt der letzte Punch“, sagte Aellen, „und wenn der Gegner einen auf dem Kreis hat, der alles wegfaustet, wird’s eng.“
17 Auswärtsniederlagen nacheinander – das ist keine Serie mehr, das ist ein Fluch. Saisonübergreifend sammelte Eisenach gerade einmal einen Punkt auf fremdem Parkett. Die Konsequenz: Tabellenplatz 13, nur zwei Zähler vor dem Relegationsrang, während Göppingen mit 20 Pluspunkten endgültig die Abstiegszone verlässt.

Jetzt muss die eigene halle brennen
Am Freitag kommt mit den Rhein-Neckar Löwen der Ex-Verein von Trainer Sebastian Hinze. Für die Thüringer ist das mehr als ein Spiel – es ist eine Rettungsmission. Die Statistik sagt: In der Werner-Assmann-Halle holte Eisenach diese Saison 13 von 15 möglichen Punkten. Die Realität sagt: Die Löwen sind der letzte Gigant vor dem Playoff-Rennen.
Göppingen indes schielt nach oben. „Wir wollen Lemgo und Magdeburg ärgern“, fordert Buchele. Die Fans feiern ihren jungen Held, der Club plant schon den nächsten Saisonsieg – während Eisenach weiter um die eigene Existenz zittert. Der Bus bleibt vorerst in der Garage. Vielleicht sollte man ihn umlackieren: Notfall-Kastenwagen für eine Mannschaft, die verlernt hat, fremde Hallen zu betreten.
