Mls wirft yeboah und jones raus: lebenslange sperre nach wetten auf eigene karten
Die Major League Soccer hat am Montagabend die Todesstrafe verhängt. Yaw Yeboah und Derrick Jones dürfen nie wieder für einen MLS-Klauf laufen. Der Grund: Die beiden Mittelfeldspieler haben auf ihre eigenen Spiele gewettet – und dabei offenbar sogar darauf gesetzt, dass sie sich selbst mit Gelb demontieren.
Die wette war ein treffer, die karriere ist es nicht mehr
Was sich wie ein schlechter Hollywood-Plot liest, ist ligaoffiziell bestätigt: Bei der Partie vom 12. Oktober 2024 setzten Yeboah und Jones Geld darauf, dass Jones eine Gelbe Karte kassiert. Schiedsrichter Fotis Bazakos zeigte ihm in der 73. Minute tatsächlich Gelb – wegen einer Grätsche, die aussah, als wolle jemand genau dieses Timing treffen. Die Ermittler fanden daraufhin WhatsApp-Chats, in denen die Spieler „vermutlich vertrauliche Informationen mit anderen Wettern teilten“, wie es in der MLS-Mitteilung heißt. Die Liga stellte aber auch klar: Ergebnisse wurden nicht manipuliert.
Für die Beobachter in den USA ist das ein Lehrstück über die Kollateralschäden des legalisierten Glücksspiels. Seit 2018 darf in jedem Bundesstaat Sportwetten angeboten werden – und seitdem jagt eine Saison die nächste mit Microbets auf Eckbälle, Gelbe Karten und Einwürfe. Die MLS selbst wirbt mit offiziellen Partnern wie DraftKings und FanDuel. Wer die Athleten kontrollieren will, muss ihnen also beim Spielen zusehen – und beim Wetten.

Von columbus nach china: yeboahs absturz in 90 tagen
Yaw Yeboah war 2023 noch der strahlende Held von Columbus Crew. Er erzielte das 2:1 im Finale gegen Los Angeles FC und trug die Meisterschale durch die Kabine. Drei Monate später unterschrieb er bei genau diesem LAFC – und wurde im Januar entlassen, noch bevor die Sperre offiziell wurde. Sein Weg führte ihn nach China, zur Chengdu Rongcheng, einem Klub, der sich gern ehemalige MLS-Stars holt. Dort wird er nun vorerst ohne Liga-Lizenz trainieren müssen.
Derrick Jones durchlief die berühmte Academy von Manchester City, spielte danach in Philadelphia, Nashville, Houston, Charlotte und ebenfalls Columbus. Er galt als physischer Sechser mit Passspiel – ein Profil, das in der MLS immer Verdienst sichert. Nun ist er mit 29 Jahren arbeitslos. Die Players Union hat bereits angekündigt, Einspruch einzulegen, doch die Betonung liegt auf „Einspruch“, nicht auf „Erfolg“.
Die Liga macht mit dieser Entscheidung einen Schlusspunkt unter eine Ära, in der Spieler dachten, Microbets seien harmloser als Matchfixing. Die Botschaft ist eindeutig: Auch eine Gelbe Karte kann ein Verbrechen sein – wenn man selbst auf sie gesetzt hat. Für Yeboah und Jones bleibt nur noch die kalte Dusche der zweiten Karriere, während die MLS ihren nächsten Sponsoring-Deal mit einem Wettanbieter verkündet.
