Eintracht-frauen gegen häcken: 90 minuten bis zum traum-finale

3.000 Fans sind bereit, die Schweden zu erschrecken. Niko Arnautis schickt seine Eintracht-Frauen mit „hundertprozentigem Hunger und Gier“ ins Halbfinale des Europa Cups – und plötzlich ist ganz Frankfurt wieder Fußball-Hauptstadt.

Arnautis will gesicht zeigen – und das sofort

Der 45-Jährige spricht nicht von Glück. Er spricht von Pflicht. „Wir haben enorme Qualitäten“, sagt er, während draußen vor dem Brentanobad die ersten Gäste ankommen, „wenn wir mit Herz spielen, holen wir uns das Ergebnis.“ Die Spielerinnen haben ihn verstanden. Seit Tagen trainieren sie mit Kopfhörern, weil der Trainer den Soundtrack der Königsklasse aufdreht – als wären sie nie abgestiegen.

BK Häcken kennt diese Tonlage. Die Schwedischen waren selbst in der Champions-League-Quali gescheitert, schossen in der Liga 63 Tore und kassierten erst neun. Pernille Sanvig, einst Eintracht-Leihgabe, erwartet eine Arena, „die kochen wird“. Sie wird recht behalten. Die Tickets gingen weg wie warme Brezeln, 3.000 sind schon weg, es werden mehr.

Die rückkehr der königin und das asia-finale im gepäck

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Amanda Ilestedt steht wieder in der Kabine. Die Schwedin fehlte monatelang, nun soll sie die Abwehr stabilisieren. Daneben warten Remina Chiba und Hayley Raso – beide erst gestern noch im Asien-Cup-Finale, beide heute vielleicht von der Bank. „Das ist kein Luxusproblem“, sagt Arnautis, „das ist ein Statement.“

Die Entscheidung fällt nicht heute, sie fällt am 2. April in Göteborg. Doch schon jetzt spürt man es: Dieses Halbfinale ist kein Nebenprodukt, sondern die Antwort auf ein Jahr voller Neuanfang. Seit Babett Peter die Sportdirektion übernahm, lautet die Devise: Titel oder nichts. Der Europa Cup ist jung, er ist erstmals, und Frankfurt will ihn sich holen, beiläufig, als wäre es selbstverständlich.

Marthine Östenstad lacht, als sie gefragt wird, ob sie schläft. „Solche Spiele spielt man nicht zum Schlafen.“ Sie trägt die Nr. 3, aber in dieser Woche ist sie die Nr. 1 in den sozialen Medien. Ihr Gesicht ist überall, daneben das Wort „Endspiel“. Dabei ist es nur das Halbfinale. Aber das reicht, um eine Stadt zu verrückt zu machen.

Um 18.30 Uhr fliegt der Ball, um 20.15 Uhr könnte Frankfurt schon einen Fuß im Finale haben. Und wenn nicht? Dann fliegen sie nach Schweden – und machen dort weiter, wo sie aufhören. Weil sie können. Weil sie müssen.