Alois schwartz rettet preußen münster – feuerwehrmann mit 222 zweitliga-spielen

Am Dienstagabend schlug der SCP zu: Alois Schwartz übernimmt sofort das Ruder beim Tabellenletzten der 2. Bundesliga. Der 58-Jährige unterschreibt bis Saisonende – und bekommt sieben Spiele Zeit, den Abstieg doch noch abzuwenden.

Der mann, der den karren aus dem dreck ziehen soll

Schwartz ist kein Unbekannter im deutschen Fußball-Unterhaus. 222 Zweitligaspiele hat der Coach schon an der Linie gestanden, bei Nürnberg, Karlsruhe, Sandhausen und Rostock. Jetzt also Münster. „Ich kenne die Liga, ich kenne den Druck – und ich weiß, wie man Teams aus der Rotationsmaschine holt“, sagt er knapp, ohne viel Pathos.

Ole Kittner, Sport-Geschäftsführer des SCP, spricht von „klarer Führung und Struktur“. Das klingt nach Seitenhieb auf Vorgänger Alexander Ende, der nach nur neun Punkten aus 27 Partien flog. Der Rückstand auf den Relegationsplatz beträgt nur zwei Zähler – ein winziger Spalt, der aber wie ein Abgrund wirkt, wenn man sich selbst nicht traut, drüberzuspringen.

Co-trainer-duo aus dem eigenen stall

Co-trainer-duo aus dem eigenen stall

Mit an Bord: Kiran Schulze Marmeling, der das Team am Wochenende interimsweise betreute, und Janis Hohenhövel, Leiter der Leistungszentren. Beide bleiben Schwartz direkt an der Seite – ein Signal, dass der Klub interne Strukturen nicht komplett über den Haufen wirft. „Wir brauchen keinen Kulturwandel, wir brauchen einen Ergebniswandel“, so Kittner.

Schwartz’ letzte Station war Saarbrücken, dort scheiterte er knapp am Aufstieg. Jetzt geht es ums pure Überleben. Am Mittwoch will er sich erstmals der Presse stellen – und wahrscheinlich schon die erste Trainingswoche durchziehen. Denn Zeit ist ein Luxus, den sich Preußen Münster nicht mehr leisten kann.

Die Fans haben reagiert: Innerhalb von Minuten war die Nachricht in Foren viral, zwischen „letzte Chance“ und „Passt doch“. Die Meinungen kochen, aber alle einig: Es muss jetzt endlich ein Sieg her. Am Samstag geht’s nach Kiel – ein Ort, der in dieser Saison schon manchem Favoriten die Stimmung versaut hat.

Die Kampagne ‚Rettet die Adlerträger‘ läuft. Mit Alois Schwartz bekommt sie ein Gesicht, das schon einige Male den Abstieg verhindert hat. Ob es wieder klappt? Die Tabelle liefert das Finale. Und Finale kann Schwartz.