Eintracht frankfurt raus: frauen-traum im pokal an einem foul-abfälscher zerbrochen

Ein Aufpraller, ein Aufschrei, ein Pokal-Aus. Die Eintracht-Frauen verabschieden sich mit 0:1 aus Wolfsburg – obwohl sie über weite Strecken die bessere Mannschaft waren. Ein abgefälschtes Tor von Svenja Huth in der 35. Minute beschert dem VfL die Halbfinal-Ticket, Frankfurt aber nur Frust.

Die taktik stimmte, die chancen nicht

Trainer Niko Arnautis hatte sein Team mutig auf die Top-Elf vom Tabellenzweiten geschickt. Pressing, Umschaltmoment, hohe Verteidigung – alles da. „Waren mindestens auf Augenhöhe“, sagt Arnautis nach Abpfiff. Die Zahlen liegen ihm: 55 Prozent Ballbesitz, 13 Torschüsse, nur zwei aufs Tor. Daraus resultiert null Treffer. Das ist das bittere Gesetz des Fußballs: Besitz und Spielfluss zählen nur, wer trifft.

Die Wölfinnen dagegen benötigen genau eine Szene. Huth nimmt 20 Meter vor dem Tor Maß, trifft per Innenpfosten, Abwehrspielerin Géraldine Reuteler streckt den Fuß – Kugel drin. „Ein klassisches Bollern, das Tor fällt einfach“, kommentiert Laura Freigang sichtlich mitgenommen. Die Schweizerin selbst macht sich Vorwürfe: „Wir waren zu ungefährlich im letzten Drittel.“

Ein hauch olympia-frust schwingt mit

Ein hauch olympia-frust schwingt mit

Die Niederlage schmerzt doppelt, weil die Eintracht seit Wochen die Balance zwischen Pokal- und Europapokal-Einsatz halten musste. Das Triple war kein frommer Wunsch, sondern Plan. Nun bleibt die Champions-League als letzte Trophäen-Chance. „Der DFB-Pokal war ein großes Ziel, deshalb sind wir sehr enttäuscht“, sagt Marthine Østenstad. Die norwegische Angreiferin spricht das aus, was viele denken: Frankfurt hat seine Hausaufgaben gemacht, aber die 3-Punkte-Frage nicht beantwortet.

Sportlich steht die Mannschaft vor einem engen Zeitplan. Am Samstag geht’s nach Bremen, Tabellensechster Werder liegt nur vier Zähler zurück. Rang drei – der direkte Champions-League-Platz – ist noch kein Selbstläufer. „Wir müssen jetzt Gas geben“, fordert Sara Doorsoun. Die Abwehrspielerin packt die Stimmung in einem Satz zusammen: „Wahnsinnig stolz, aber traurig.“

Für den VfL Wolfsburg dagegen tickt die Pokal-Uhr weiter. Mit dem 1:0 gegen Frankfurt haben sie den Endspiel-Kurs bestätigt. Und sie haben wieder gelernt: Manchmal reicht ein Quäntchen Glück – und ein Schuss mit Abwehr-Kontakt.