Eintracht frankfurt dreht auf: statement-sieg gegen freiburg trotz santos-aus

Albert Riera lässt die Eintracht jubeln. Nach dem 3:1 gegen Freiburg spricht keiner mehr vom Abstiegskampf – alle reden vom Europa-Ticket. Die Wende kommt zur perfekten Zeit.

Klaus Schäfer, TSV Pelkum Sportwelt

Chaibi und bahoya schreiben die geschichte neu

Was für ein Wochenende für die Adler. Am Sonntagabend stand die Deutsche Bank Park-Tribüne Kopf. Chaibi traf nach seiner Einwechslung, Bahoya schlenzte das 3:1 ins Eck – ein Treffer, der schon jetzt Kultstatus hat. Die SGE gewinnt das zweite Heimspiel in Serie und schickt Freiburg mit leeren Händen nach Baden.

Die Szene des Tages passierte allerdings nach 120 Sekunden. Kaua Santos bleibt nach einem Zusammenprall liegen, die Diagnose später: Kreuzband. Der 22-jährige Brasilianer fällt mindestens sechs Monate aus. Riera verliert seinen Stammkeeper, gewinnt aber die Partie – diese Mischung aus Schock und Selbstvertrauen prägt den Rest der Saison.

Riera beweist nervenstärke – und einen plan

Riera beweist nervenstärke – und einen plan

Seit dem 0:3 in Bremen hat die Eintracht acht Punkte aus vier Spielen geholt. Der Coach stellt um, setzt Burkardt nach seiner Verletzungspause in die Startelf und bringt Chaibi zur rechten Zeit. Die Bank funktioniert, die Automatismen stimmen. Gegen St. Pauli, Heidenheim und Mainz geht es nun Schlag auf Schlag. Neun Punkte aus diesen drei Partien, und Frankfurt schielt auf Platz sechs.

Die Zahlen sprechen für sich: Chaibi erzielte in seinen letzten 176 Minuten drei Tore, Bahoya traf erstmals in der Bundesliga, und die Abwehr kassierte in beiden Heimsiegen nur einen Gegentreffer. Die Lücke zu Rang sieben beträgt zwei Punkte, der Gegner vom nächsten Samstag – St. Pauli – hat seit fünf Spielen nicht gewonnen.

Santos-aus zwingt hütter zum handeln

Santos-aus zwingt hütter zum handeln

Im Tor wird nun Kevin Trapp zur Felsenbank. Der Nationalkeeper stand zuletzt vor drei Wochen zwischen den Pfosten, blieb aber in den Trainingseinhehen präsent. Hütter muss die Lücke füllen, doch er hat Zeit: Die Länderspielpause kommt wie bestellt. Mit Jens Grahl als Ersatz und dem 19-jährigen Nachwuchskeeper Max Vollrohrmann im Kader ist die Personaldecke noch dick genug.

Die Stimmung im Waldstadion kippt von Spiel zu Spiel. Gegen Freiburg sangen 50.000 Fans nach Abpfiff „Wir wollen Europa“ – ein Satz, der vor vier Wochen noch als Makulatur klang. Nun ist er Programm. Der Schwung ist da, der Kader gesund, der Glaube zurück. Wer jetzt noch von der Abstiegszone redet, versteht die Dynamik des Frühlings nicht.

Frankfurt hat den Anschluss, den Zeitplan und das Momentum. Wenn Chaibi und Bahoya so weitermachen, wird der Traum vom internationalen Sommer Realität. Der Rest ist Arbeit – und ein bisschen Videoschnitt von Bahoyas Traumtor. Die Eintracht fliegt wieder, und mit ihr ihre Fans. Die nächsten neun Tage entscheiden alles.