Eder triumphiert in hinzenbach – reisch beste deutsche auf rang sieben
Es hätte der perfekte Sonntag für Nica Prevc werden können. Wurde er nicht. Die Slowenin, die den Weltcup in dieser Saison nach Belieben dominiert, leistete sich auf der Normalschanze in Hinzenbach einen dieser seltenen Aussetzer, die man von ihr kaum kennt – und öffnete damit die Tür für Lisa Eder. Die Österreicherin trat ein, ohne zu zögern.
Heimsieg für eder – ein moment, der bleibt
Mit 88,5 Metern im ersten Durchgang setzte sich Eder früh an die Spitze und ließ dort niemanden mehr vorbei. Ihr zweiter Sprung auf 86 Meter war kein Kunstwerk, aber er reichte vollkommen. Vor heimischem Publikum feierte die Österreicherin ihren zweiten Weltcupsieg der Karriere. Schöner hätte man sich das kaum ausdenken können.
Anna Odine Stroem aus Norwegen holte Silber, Prevc rettete sich mit einem starken zweiten Sprung auf 89,5 Meter noch auf Platz drei. Aber das erzählt nicht die ganze Geschichte. Im ersten Durchgang war die Weltcup-Spitzenreiterin mit mageren 80,5 Metern so weit von ihrer gewohnten Form entfernt, dass der Sieg schlicht nicht mehr erreichbar war. Eine Kontrahentin nach der anderen biss sich im Finale an Prevcs Weite die Zähne aus – nur Stroem und Eder waren besser.

Die deutschen: nah dran, aber nicht nah genug
Agnes Reisch war die Beste im DSV-Lager. Nach dem ersten Durchgang als Sechste noch mit rund eineinhalb Metern Rückstand auf das Podest, fiel sie im Finale mit 82 Metern auf Rang sieben zurück. Kein Absturz, aber auch kein Fortschritt. Es ist diese Konstanz im Mittelfeld, die langsam an den Nerven zehrt.
Selina Freitag landete mit Sprüngen auf 82,5 und 82 Meter auf dem zehnten Platz – ebenfalls solide, ebenfalls zu weit weg vom Podest. Was den deutschen Springerinnen fehlt, lässt sich schwer in Metern messen. Es ist Lockerheit. Die Leichtigkeit, die Eder an diesem Sonntag so selbstverständlich ausstrahlte.

Hollandt erlebt ein aufatmen, schmid verabschiedet sich
Anna Hollandt schrieb ihre eigene kleine Geschichte. Die 29-Jährige kämpft sich durch eine schwierige Saison und genoss in Hinzenbach endlich wieder einen echten Moment. Als 13. landete sie im ersten Durchgang sogar kurzzeitig in der Leadersbox – ein Bild, das man von ihr in diesem Winter selten gesehen hat.
Für Katharina Schmid war es der letzte Auftritt in Hinzenbach überhaupt. Die erfahrene Springerin beendet ihre Karriere nach dieser Saison. Mit Weiten von 78 und 81 Metern reichte es für den 16. Platz – kein märchenhafter Abschied, aber ein würdiger. Juliane Seyfarth qualifizierte sich als 30. gerade noch für den zweiten Durchgang und verbesserte sich dort noch auf Platz 27. Emely Torazza dagegen schied aus.

Während die schwestern sprangen, schrieb der bruder geschichte
Rund 140 Kilometer entfernt, am Kulm in Tauplitz, sorgte Domen Prevc für einen historischen Moment: Mit 245,5 Metern egalisierte er den Schanzenrekord seines Bruders Peter, der seit 2016 Bestand hatte. Die Prevc-Familie hat an diesem Wochenende beide Bühnen bespielt – wenn auch mit unterschiedlichen Ergebnissen.
Für die deutschen Springerinnen geht die Suche nach dem ersten Podestplatz dieser Saison weiter. Reisch als Siebte, Freitag als Zehnte – das ist kein Scheitern, aber es ist auch noch lange kein Ankommen.
