Eberl entlarvt bayern-machtspiel: 'hab' gelernt, wie es läuft'
München – Die vermeintliche Harmonie beim FC Bayern München trügt. Während die Mannschaft auf Rekordkurs zur Meisterschaft schreitet, brodelte hinter den Kulissen lange Zeit ein Machtkampf zwischen Sportvorstand Max Eberl und Ehrenpräsident Uli Hoeneß. Nun lüftet Eberl in einem Gespräch mit „Absolut Bayern“ den Deckel, wie er mit der Einmischung des prominenten Patrons umgeht – und was er bei den Bayern gelernt hat.
Die geduld des strategen: eberls neuer kurs
Die Beziehung zwischen Eberl und Hoeneß war seit seinem Wechsel im März 2024 stets von einer gewissen Anspannung geprägt. Hoeneß’ Tendenz, sich regelmäßig in sportliche Entscheidungen einzumischen, sorgte für Reibungspunkte. Eberl schildert nun, wie er diese Situation navigiert: „Wenn ich meinen Job für den FC Bayern gut mache, werden die Menschen, mit denen ich häufig diskutiere und spreche, auch ihre Entscheidungen treffen.“ Eine diplomatische Ansage, die deutlich macht, dass Eberl sich nicht gescheuht hat, seine Position zu verteidigen.
Doch es ist mehr als nur Diplomatie. Eberl offenbart, dass er gelernt hat, die Spielchen im bayerischen Machtgefüge zu durchschauen. „Da habe ich gelernt, wie es bei Bayern läuft“, sagt er. „Früher hätte es mich sehr nervös gemacht. Heute sage ich mit meiner erlernten Gelassenheit: Hey, ich mach mein Ding – und dann wird man mir sagen, ob man zufrieden ist oder nicht.“ Diese pragmatische Haltung zeugt von einem Mann, der sich seinen Platz in München hart erarbeitet hat.

Sparplan und transfer-frust: hoeneß’ einfluss
Die Kritik von Hoeneß an Eberls Transferpolitik im vergangenen Sommer war öffentlich und unmissverständlich. Nach den gescheiterten Verpflichtungen von Nick Woltemade und Florian Wirtz wurde dem Sportvorstand ein strikter Sparplan aufgezwungen, der Leihverpflichtungen bevorzugte. „Für uns wäre es viel schöner, wenn wir gar nicht eingreifen müssten. Aber wir können nicht nicht eingreifen, wenn wir das Gefühl haben, dass es notwendig ist“, so Hoeneß damals im „Sport1-Doppelpass“.
Eberl nimmt diese Situation gelassen hin. Diskussionen mit Hoeneß seien „einfach FC Bayern“, wenn es um größere Summen gehe. „Wenn mir einer sagt: ‚Max, das ist zu teuer‘, dann ist das kein Problem für mich“, erklärt er. „Dann müssen wir eben diesen anderen Weg gehen.“ Dieser Weg führt den FC Bayern aktuell zum Erfolg, mit einer Meisterschaft in greifbarer Nähe und ambitionierten Zielen in Pokal und ChampionsLeague.
Die internen Querelen, die im Herbst 2025 offen ans Licht kamen – Hoeneß’ Aussage, Eberl sei „ziemlich empfindlich“ in Diskussionen und habe Probleme, Verantwortung zu verteilen – scheinen längst vergessen. Eberl betont, dass es bei solchen Auseinandersetzungen nie „gegen“ jemanden gehe, sondern vielmehr ein Teil des FC Bayern sei. Die Luft scheint klar, zumindest vorerst.
Die Zukunft wird zeigen, ob diese pragmatische Koexistenz Bestand hat. Aber eines ist sicher: Max Eberl hat gelernt, die Machtstrukturen im größten deutschen Fußballverein zu verstehen und sich ihnen anzupassen – mit Erfolg.
