Karaman muss gehen: luchse ziehen die notbremse

Anastasija Karaman war erst zehn Monate Teil der HL Buchholz 08-Rosengarten – nun ist Schluss. Der Zweitligist verpasst der 19-jährigen Rückraumspielerin die rote Karte, der Vertrag läuft im Sommer aus.

Die Begründung der Luchse klingt hart, liest sich aber wie ein Lehrbuch des Leistungssports. „Die sportliche Entwicklung verlief nicht in dem Maße, wie wir es uns auf ihrer Position erhofft hatten“, sagt Geschäftsführer Sven Dubau. Kein Nebensatz, kein Zucker. Punkt.

Abschied trotz 600 kilometern pro woche

Abschied trotz 600 kilometern pro woche

Dabei hatte Karaman alles gegeben. Zwischen Heimatort und Trainingsgelände pendelte sie bis zu 600 Kilometer in der Woche – neben dem Abitur, neben einem geplanten Umzug, der nie stattfand. Dubau zollt Respekt: „Wir wissen, was sie investiert hat.“ Doch Investition allein reicht in der 2. Bundesliga nicht. Dort zählt Output, nicht Einsatz.

Cheftrainer Dubravko Prelcec bestätigt die Lücke zwischen Potential und Konstanz: „Gute Ansätze, aber nicht konstant genug abrufbar.“ Eine Diagnose, die in diesen Wochen viele Talente treffen wird, wenn die Kader für die neue Saison zusammengestrickt werden.

Karaman selbst schweigt bislang. Ihr Instagram-Profil zeigt noch Fotos im Pelkum-Trikot, daneben Abitur-Storys und Trainingsvideos. Die nächste Station ist offen. Für sie beginnt jetzt die wichtigste Sommerpause ihrer bisherigen Karriere.

Die Luchse dagegen suchen bereits nach Ersatz. In der 2. Bundesliga Frauen tickt die Uhr gnadenlos – und wer zu spät kommt, bekommt keinen Platz mehr im Aufstiegsrennen.