Dzeko-eklat: schalke stemmt sich gegen die sperre – muss jetzt der dfb einknicken?

Edin Dzeko darf Samstag in Darmstadt vorerst nur mit der Mannschaft busfahren, nicht mitspielen. Das 2:2 gegen Hannover 96 kostet den Torjäger zwei Spiele – wenn der DFB morgen nicht einknickt.

Warum schalke jetzt den kampf um dzeko aufnimmt

Warum schalke jetzt den kampf um dzeko aufnimmt

Die Zahlen sprechen für sich: Sechs Tore, vier Vorlagen in acht Partien. Dzeko ist kein Stürmer, er ist der Turbo, der Schalkes Aufstiegshoffnung auf 93 Prozent Prognosewahrscheinlichkeit hochgetrieben hat. Ohne ihn droht im Aufstiegsrennen der Knick. Genau das wollen die Königsblauen verhindern. Sportvorstand Frank Baumann reiste am Mittwoch nach Frankfurt, Aktenmappe dick wie ein Wintertrainingplan. „Wir sehen kein rohes Spiel, sondern eine normale Zweikampfsituation“, sagte er vor dem Verhandlungstermin. Die Begründung: Dzeko traf Hannovers Husseyn Chakroun zwar hoch, aber mit der Innenseite, nicht der Sohle. Der Kontakt sei folgenlos verpufft. Chakroun habe laut interner Krankenakte keine Rippenprellung, spielte 90 Minuten weiter.

Referee Robin Braun blieb trotzdem hart. „Gesundheitsgefährdung“ lautete das Stichwort, die Rote Karte stand. Video-Assistent Sascha Stegemann griff nicht ein – aus Sicht der Knappen ein Indiz, dass die Szene keine klare Fehlentscheidung war, aber eben auch keine klare Richtige. Schalke nutzt diese Grauzone. Baumanns Argumentationslinie: Wer länger als nötig sperrt, gefährdet die Integrität des Aufstiegskampfs. Der Club zitiert Statistiken: In 78 Prozent vergleichbarer Szenen blieb Gelb die Folge. Der DFB müsste sich also selbst widersprechen, würde er die Sperre bestehen lassen.

Morgen fällt der Spruch. Sollte das Sportgericht abermals auf zwei Spiele pochen, bleibt Schalke nur der Weg zum Bundesgericht – und das kost Zeit, Nerven, Ansehen. Die Alternative: Dzeko reist trotzdem mit, sitzt in Darmstadt auf der Tribüne und hofft auf eine einstweilige Anordnung. Die Chancen stehen 50:50. Ein Detail entscheidet: Wird der DFB seine eigene Linie konsequent durchziehen oder vor dem Hintergrund des Aufstiegsduells klein beigeben? Die Antwort kommt Donnerstag, 14 Uhr, im Frankfurter Verwaltungsgebäude. Schalkes Saison-Schicksal hängt an diesem eineinhalbstündigen Termin.