Dynamo dresden trauert: hans-jürgen kreische stirbt mit 78 jahren
Der Tod von Hans-Jürgen Kreische trifft Dynamo Dresden wie ein Schlag ins Gesicht. Der Ehrenspielführer und legendäre Torjäger der DDR-Nationalmannschaft verstarb in der Nacht zum Mittwoch im Alter von 78 Jahren – und mit ihm verschwindet ein Stück lebendige Fußballgeschichte aus dem Elbstadion.
Kreische war mehr als nur ein torjäger
344 Spiele, 188 Tore, fünf Meisterschaften. Die Zahlen sprechen für sich. Doch hinter den trockenen Statistiken verbirgt sich die Geschichte eines Jungen aus Dresden, der mit zehn Jahren zur SGD kam und zum Synonym für Treue wurde. Dreimal sicherte er sich die Torjägerkanone der DDR-Oberliga, 1973 wurde er zum Nationalspieler des Jahres gekürt.
Die 50 Länderspiele für die DDR? Nur eine Fußnote. Denn Kreische schrieb Geschichte, als er beim 1:0-Sieg gegen die Bundesrepublik bei der WM 1974 in der Startelf stand. Ein Spiel, das bis heute in den Erinnerungen der Ost-Fußballfans weiterlebt.

Die nachwirkungen für das spiel gegen hertha
Samstagabend, 20:30 Uhr, Sky-Kamera. Hertha BSC kommt ins Stadion. Doch vor dem Anpfiff wird die Arena verstummen. Eine Gedenkminute für Kreische. Die Mannschaft wird mit Trauerflor auflaufen. Präsident Ronny Rehn, der die Legende nur aus Erzählungen kennt, wird wohl die Stimme brechen.
„Die Geschichten um seine Schlachten waren legendär“, sagt Rehn. „Dass er nun nicht mehr unter uns weilt, ist unfassbar.“ Die Sportgemeinschaft sei ihm zu ewiger Dankbarkeit verpflichtet. Worte, die in Dresden nicht nur höflich klingen – sie meinen es ernst.
Denn Kreische war kein beliebiger Held. Er war der Held ihrer Kindheit, ihre Identität, ihr Stolz. Mit ihm stirbt ein Teil ihrer eigenen Geschichte. Und plötzlich wird dem Verein klar: Es geht nicht nur um drei Punkte am Samstag. Es geht um eine Trauer, die größer ist als der Sport.
