Dumfries: vom aruba-debüt zum wm-helden – ein film ohne happy end?

Denzel Dumfries, der Mann, der in Rotterdam geboren wurde und eigentlich von seinen Eltern Denzel Washington heißen sollte, schreibt gerade seine eigenen Kapitel im Fußball-Krimi. Ein Kapitel, das hätte so anders beginnen können, ein Kapitel voller Überraschungen und unerwarteter Wendungen – und das alles auf der größten Bühne des Fußballs.

Ein kurzer ausflug nach aruba – und die wende zum besseren

Ein kurzer ausflug nach aruba – und die wende zum besseren

Es ist die Geschichte eines jungen Mannes, der einst den Traum vom Profifußball mit Aruba verfolgte. Zwei Freundschaftsspiele gegen Guam, ein Tor – und dann die Entscheidung, sein Glück in den Niederlanden zu suchen. „Alle haben sich über mich lustig gemacht. Ich spielte noch bei Barendrecht und kündigte an, für die Niederlande spielen zu wollen. Ich wusste schon als Kind, dass ich Profifußballer werden würde“, so Dumfries, der mit seiner Ehrlichkeit und Entschlossenheit beeindruckt.

Die Weltmeisterschaft in Katar zeigte, was in dem Inter-Spieler steckt. Ein Tor und zwei Vorlagen gegen die USA – ein entscheidender Beitrag zum Einzug ins Viertelfinale. Ronald Koeman, der ehemalige Trainer der Nationalmannschaft, zeigte sich begeistert: „Ich hätte ihn lieber beim FC Barcelona gesehen.“ Doch Dumfries schielt nicht nach Barcelona oder gar nach Madrid. „Ich kann, ich muss und will dazu nichts sagen. Ihr könnt mich gratulieren, ihr könnt machen, was ihr wollt, aber ich konzentriere mich auf die WM“, erklärte er unmissverständlich gegenüber Voetbal International.

Vier Jahre später, in Deutschland, glänzt Dumfries erneut. Im Debütspiel gegen Japan (2:2) zeigte er sein Potenzial, und gegen Schweden (5:1) legte er mit zwei Vorlagen einen entscheidenden Beitrag zum Sieg. Damit steht er vorläufig an der Spitze der Vorlagenliste der WM – gleichauf mit Wood, Isak, Gravenberch, Kimmich, Undav, Enciso und Brahim Díaz. Seine defensive Arbeit darf dabei nicht vergessen werden: Drei Tacklings ohne Fehler, fünf gewonnene Duelle, drei Ballgewinne und vier Flanken – eine beeindruckende Leistung.

Besonders hervorzuheben sind seine Vorlagen zum 1:0 durch Brobbey und zum 2:0 durch Gakpo. Der Ballgewinn an der Strafraumlinie und der präzise Pass von Summerville ermöglichten Gakpo den einfachen Treffer. Dumfries ist nicht nur ein Vorlagengeber, sondern auch eine ständige Bedrohung für die gegnerische Abwehr.

Aber das ist erst der Anfang. Dumfries hat ein klares Ziel vor Augen: „Ich bin hier, um in den USA Weltmeister zu werden. Ich will das vermitteln, ich will, dass diese Botschaft im Team lebendig wird.“

Ob dieser Traum in Erfüllung gehen wird? Die Antwort steht noch in den Sternen. Doch eines ist sicher: Denzel Dumfries hat sich zu einem wichtigen Bestandteil der niederländischen Nationalmannschaft entwickelt – und seine Geschichte ist noch lange nicht zu Ende.