Parra schlägt zurück: „1:1 ist alles, was zählt – und der palau wird kochen“

Valencia, dieser verrückte Kessel. 102:75, ein K.O. mit offenem Visier. Doch Joel Parra trat nach dem Gong vor die Mikrofone, als hätte der FC Barcelona gerade gewonnen. Sein Fazit: „Egal ob mit 30 Plus oder 30 Minus – es zählt nur die Serie, und die steht 1.“

Die rechnung des small forwards

Parra zog die Bilanz schon im Gedränge der Mixed Zone. „Wir wussten, dass Teil zwei ein anderer Film wird. Valencia kam mit der Raserei eines Viertelfinalspiels, unsere Würfe verweigerten den Dienst – so einfach ist das.“ Was bleibt, ist Mathematik: Ein Auswärtssieg im ersten Duell, eine klare Niederlage im zweiten. Ergebnis: Barça hat das Heimrecht gekapert, ohne laut darüber zu reden.

Die Zahl, die in den sozialen Netzen viral geht, ist die 27-Punkte-Differenz. Parra sieht darin keinen Graben. „Wer mit dem Gedanken spielt, jetzt die Köpfe hängen zu lassen, versteht nicht, wofür wir die ganze Saison gelaufen sind.“

Valencia hat gezeigt, wie man trifft – wir zeigen nun, wie man antwortet

Valencia hat gezeigt, wie man trifft – wir zeigen nun, wie man antwortet

Im Training vor dem Abflug war die Stimmung laut, aber nicht verzweifelt. Die Analyse des Video-Crews lieferte eine einfache Erkenntnis: Barça versenkte nur 4 von 21 Dreiern, Valencia traf 13. Ein einzelner Faktor, der eine Lawine auslöste.

Parra selbst lieferte eine defensive Leistung gegen Neal Sako, die in der Statistik kaum auffällt – zwei Ballverluste erzwungen, ein Charge-Drawn, aber eben auch vier vergebene Freiwürfe. „Ich verstehe die Kritik“, sagt er knapp. „Wir stecken sie weg und drehen am Donnerstag die Lautstärke im Palau auf Anschlag.“

Der plan für catalunya: zwei schlachten, null kompromisse

Der plan für catalunya: zwei schlachten, null kompromisse

Die Mannschaft fliegt noch in der Nacht nach Barcelona. Physios haben bereits die Eisbecken aufgebaut, die Analysten die Schnittsoftware. Parra: „Wir schließen erstmal die Augen, dann die Reihen.“

Die Fans? Die stehen schon Schlange. Tickets für Freitag und Sonntag sind restlos vergriffen. Der Palau Blaugrana soll, so Parra, „zur Dampfkammer werden, wie hier die Roig Arena – nur lauter“. Dabei schlägt er mit der flachen Hand gegen die Wand, ein dumpfer Schlag, der wie ein Versprechen klingt.

Das Finale lebt. Und Joel Parra hat es gerade neu eröffnet – mit einem blauen Auge und einem breiten Grinsen.