Duda räumt ein: cfc patzt symptomatisch gegen hertha ii
Der Chemnitzer FC liefert sich Samstag für Samstag eine neue Lektion in Sachen Chancenverwertung – und kassierte gegen Hertha BSC II das nächste Lehrgeld. 0:1 stand es am Ende, die Gellertstraße verstummte, und Trainer Benjamin Duda sprach ungeschminkt von einem „symptomatischen Eier-Tor“.
Stockinger schießt, hertha trifft – und chemnitz steht wieder mit leeren händen da
Die Zahlen sind hart: 3.928 Zuschauer, 90 Minuten Druck, zwei Großchancen in der ersten Viertelstunde – und trotzdem geht der CFC als Verlierer vom Platz. Schon in Minute 6 hätte Tom Baumgart die Führung erzielen müssen, doch Hertha-Keeper Tim Goller wehrte ab. Pepe Philipp, 18-jähriger Debütant, setzte den Nachschuss neben das Tor. Kurz darauf verflachte die Partie, bis Änis Ben-Hatira aus 22 Metern abzog und Oliver Rölke den Ball zur Berliner Führung abfälschte (38.).
Die zweite Hälfte war ein Monolog der Hausherren, aber ohne Subtext. Tobias Stockinger probierte es dreimal aus der Distanz – kein einziger Schuss landete im Kasten. Ersatzkeeper David Wunsch verhinderte mit einer Reflextat gegen Ben-Hatira das 0:2 (67.). Als Jonas Marx in der 80. Minute eine flache Hereingabe nicht annahm, war die Vorentscheidung gefallen. Der CFC bleibt Neunter, punktgleich mit dem Aufsteiger-Landesvetter BSG Chemie Leipzig, aber sieben Zähler hinter dem Relegationsrang. Die Saison schrumpft vor den Augen der Anhänger zur Farce.

Duda zieht den stecker – und meint das spiel, nicht den job
„Wir spielen wie ein Team, das sich selbst nicht glaubt“, sagte Duda nach Abpfiff. Der 41-Jährige sprach von „zu vielen Einzelkämpfern“ und einem „Mangel an Cleverness im letzten Drittel“. Die Worte klangen wie ein Schlussstrich unter die bisherige Offensivphilosophie. In den letzten fünf Partien erzielte der CFC nur zwei Tore – beide per Standard. Die Flügelzange Stockinger-Mensah lieferte sich gegen Hertha ein Duell mit dem eigenen Nervenkostüm, nicht mit der gegnerischen Abwehr.
Am Freitag gastiert der CFC bei Aufstiegsaspirant Carl Zeiss Jena. Schon jetzt sickert durch, dass Duda auf ein Doppelsechser-System umschwenken will. Die Frage ist nicht mehr, ob er rotiert, sondern wie viele Gesichter er opfert. Denn eines ist klar: Wer so ein Eier-Tor kassiert, dem bleibt nicht viel Zeit, um sich selbst aus dem Nest zu befreien.
