Dresdner sc verspielt 2:0-satzführung und steht im cev-cup vor dem aus
Zwei Sätze lang roch Dresden das Finale, dann rissen die Ketten. Der Dresdner SC warf im Halbfinale des CEV-Cups alles hin, was er zuvor aufgebaut hatte, und kassierte gegen den italienischen Serienmeister Chieri '76 ein 2:3, das weh tut.
Die Margon Arena tobte noch, als Lena Möllers Aufschlag zum 26:24 im Tiebreak des zweiten Satzes einschlug. 2:0 – ein Vorsprung, wie er größer nicht sein konnte. Doch was dann folgte, war kein Einbruch, sondern ein Kollektiv-Blackout. Chieri schaltete einen Gang höher, Dresden blieb stehen. 14:25, 14:25, 10:15 – die letzten drei Sätze lauten wie ein Protokoll von Hilflosigkeit.

Die wende war kein zufall, sondern eine lektion
Alexander Waibl hatte gewarnt: „Die haben Weltklasse und zwei Meter Körpergröße im Mittel.“ Was er verschwieg: Chieri hat auch Nerven aus Stahl. Die Gäste nahmen Dresdens Tempo weg, stellten die Annahme auf Guers und Perinelli um und zwangen die Sächsinen, jeden Ball durch die Mitte zu spielen. Dort wartete bereits Sarah Fahr, die wie ein Türsteher operierte. Block 18:7, Angriff 35 % – die Statistik verrät, wo die Parti kippte.
Die Margon Arena verstummte, als Laura Künzler im fünften Satz bei 8:12 ihr Aufschlagspiel versiebte. Vier Punkte in Serie, Chieri jubelte schon. Dresden versuchte es mit einem letzten Time-out, doch die Italienerinnen servierten weiter wie auf Kommando. Der 10:15-Endstand kam einer Demontage gleich.
Die Zahlen sind gnadenlos: Erstmals seit 2014 steht der DSC wieder im Halbfinale – und erneut droht das Aus. Die 1,2 Millionen Euro Preisgeld für den Turniersieg rücken in weite Ferne. Für den Rückkampf am Mittwoch in Turin braucht Dresden nicht nur ein 3:0 oder 3:1, sondern auch eine Leistung, die sich gegen die eigene Geschichte stemmt.
Der Blick nach vorn? Galatasaray Istanbul hat gegen CSO Voluntari bereits die Tür zum Finale weit aufgestoßen. Sollte Dresdens Wunder doch noch geschehen, warten dort Athletinnen, die genauso groß, schnell und abgebrüht sind wie Chieri. Die Uhr tickt – und sie tickt laut.
