Strazel trifft in letzter sekunde: monaco stoppt olympiakos-fluch
81:80. Das ist keine Nummer, das ist ein Befreiungsschlag. AS Monaco schlägt Olympiakos Piräus und beendet die Negativserie, die den Klub seit Wochen lahmlegte. Matthew Strazel trifft mit 2,3 Sekunden auf der Uhr den Sieger – und Daniel Theis endlich mal wieder als Gewinner vom Parkett.
Der anfang war ein donnerschlag
11:2 nach drei Minuten. So beginnt ein Spiel, das Monaco längst brauchte. Nach Vassilis Spanoulis’ Rücktritt wirkt die Mannschaft wie entfesselt, Manutschar Markoischwili, früher noch bei der MBC Weissenfelser HS 66, coacht mit Handkante. Olympiakos wirkt überrascht, Tyler Dorsey verliert zwei Bälle, Kostas Sloukas trifft aus neun Metern nur Metall. Die Halle stampft.
Doch die EuroLeague straft jeden, der glaubt, früh zu führen. Nach dem Seitenwechsel drehen die Griechen auf: 10 der ersten 12 Punkte gehören ihnen, plötzlich steht es 54:49. Was folgt, ist kein Basketballspiel mehr, sondern Schach auf 28 Metern Holz. Führungswechsel Nummer sieben, acht, neun. Theis setzt einen Bildschirm, rollt, trifft den Sprungwurf – 13 Punkte, fünf Rebounds, keine Fouls. Er wirkt wie ein Neuer, der nach Monaten endlich wieder ohne Schmerzen springt.

Der kleine franzose mit dem großen herz
Matthew Strazel ist 1,82 Meter groß, wiegt 78 Kilo – in der NBA würde man ihn für einen Schüler halten. Doch mit 22 Jahren besitzt er Nerven, die sich nicht auf dem Markt kaufen lassen. 14 Sekunden vor Schluss führt Piräus 80:79, dann jagt Strazel einen Floater über den ausgestreckten Shaquille O'Neal-Spross Konstantinos Mitoglou. 81:80. Die Uhr läuft weiter, Dorsey wirft aus 7,5 Metern – Eisen. Abpfiff. Monaco jubelt, die Bank explodiert, Markoischwili schlägt mit der Faust auf das Scorer-Tisch-Plexiglas. Er weiß: Das war mehr als zwei Zähler.
Die Tabelle spricht weiterhin hart, Monaco bleibt Zwölfter. Aber die Stimmung im Umkleidebereich erinnert an einen Playoff-Sieg. „Wir haben nicht nur gewonnen, wir haben uns selbst zurückgeholt“, sagt Theis mit zitternder Stimme. Die Mannschaft, die zuletzt wegen interner Querelen und Transfergerüchten durch die Medien riss, findet wieder zusammen – auf dem kleinen Weg über den Korb.
Später am Abend gewinnt Real Madrid gegen Valencia, Maodo Lo steht in Athen 18 Minuten auf dem Feld, wirkt aber wie neben der Spur. Niemand redet mehr darüber. In Monaco zählt nur ein Name: Strazel. Seine Mitspieler nennen ihn seit dem Abend „l'assassin“ – den Auftrag, das nächste Opfer zu finden, hat er bereits angenommen.
