Dresden schnapcht sich tschechiens super-talent: bláha kommt mit 2,12 m und 29 nationaltreffern

Dresden schlägt zu. Mit Daniel Bláha landet der HC Elbflorenz einen Transfer, der in der 2. Bundesliga sofort Wellen schlägt: 2,12 Meter, 18 Länderspiele, 29 Treffer für Tschechiens A-Nationalteam – und das alles mit gerade einmal 20 Jahren. Der Rückraum-Linksaußen verlässt Talent Plzen, unterschreibt ab Sommer in der Elbestadt und bringt 179 Tore aus der laufenden Saison mit.

Warum dresden? bláha liefert die antwort selbst

„Das Gesamtpaket hat mich überzeugt“, sagt er knapp, nachdem er sich Wochen lang mit Sportdirektor Maik Kasten und Coach Markus Baur ausgetauscht hat. Die internen Zahlen des Klubs zeigen: Dresden braucht genau diesen Typ Spieler. Nach der 30-Pleite in Kiel wartet der Tabellendritte seit drei Partien auf einen Sieg – der Rückraum verschoss in dieser Phase 18 Prozent mehr als im Saisonmittel.

Bláha soll es richten. Sein Linksaußenwurf kommt mit 104 km/h aus neun Metern, seine Sprungkraft erlaubt Absprünge aus 2,80 Metern. „Er trifft auch, wenn zwei Gegner an ihm hängen“, schwärmt Baur intern. Die Scoutings notieren: stark im ersten Schritt, noch stärker im zweiten. Dazu passt: In der tschechischen Extraliga erzielt er alle 4,2 Anwürfe einen Treffer – das ist Liga-Bestwert.

Ein blick hinter die kulissen des transfers

Ein blick hinter die kulissen des transfers

Die Kontakte entstanden über Freundschaftsspiele. Seit 2021 traf Plzen dreimal auf Dresden – Bláha erzielte dabei 14 Tore. Kasten buchte daraufhin Video-Sessions, analysierte 327 Einzelszenen und schickte Anfang Februar ein konkretes Angebot. Die Ablöse bleibt geheim, Insider sprechen von einer mittleren sechsstelligen Summe plus Leistungsprämien. Mit einem Dreijahresvertrag bis 2027 sichert sich Dresden die Option auf eine Weiterverpflichtung, sollte der Klub in die Bundesliga aufsteigen.

Für Bláha selbst ist der Schritt auch familiär logisch. Seine Eltern wohnen 90 Kilometer südlich von Dresden, die Fahrt dauert mit dem Auto 75 Minuten. „Ich will vor 12 000 Zuschauern in der Bundesball spielen, aber ich will auch, dass meine Familie dabei ist“, sagt er. Die Schwester studiert bereits in Leipzig, das soziale Netz steht.

Dresden plant langfristig. Mit Bláha rückt ein Kaderspieler ins Visier, der vor drei Jahren noch U-18-Europameister wurde und heute schon gegen Frankreich und Deutschland trifft. Die interne Marschroute: zwei Jahre 2. Liga, dann Angriff auf die Bundesliga. Bláha soll dabei nicht nur Tore schießen, sondern auch Tschechiens Fanbase nach Sachsen holen – Klub-Shop und Social-Media-Kanäle laufen bereits auf bilingual um.

Der Countdown läuft: Noch 87 Tage bis zum ersten Pflichtspiel in der neuen Saison. Bláha trainiert derzeit individuell auf 2800 Meter Höhe im Riesengebirge, sein Ziel: 195 Tore bis Mai. Dann kommt die Bundesliga-Quali – und mit ihr die nächste Bewährungsprobe für Tschechiens größtes Handball-Talent. Dresden hat sich positioniert. Jetzt muss Bláha liefern.