Arteta will guardiola bei wembley blutige nase schlagen

Wembley kocht. 90 Minuten trennen Arsenal am Sonntag (17.30 Uhr) von Pokal-Mission Nummer eins – und Mikel Arteta von der Machtübernahme. Der 43-Jährige trifft auf seinen Lehrmeister Pep Guardiola, den Mann, der ihm einst die Scheinwerfer der Welt eröffnete. Jetzt will er ihn ausblenden.

Der League Cup gilt als Staffelauftakt für größere Träume. Für Manchester City ist er sogar Rettungsanker. Nach dem Champions-League-Debakel gegen Real Madrid und der Liga-Pleiten-Serie droht die erste Saison seit 2017 ohne Titel. Die Rechnung: gewinne Wembley, oder verliere die letzte Rest-Hoffnung auf Silber.

Der favorit heißt arsenal – und das macht city gefährlich

Die Zahlen sind klar: neun Punkte Vorsprung in der Premier League, Achtelfinal-Einzug in der Champions League, 4:1-Sieg im Halbfinale gegen Chelsea. Arsenal spielt sich in einen Rausch. Doch genau das war in den letzten 20 Jahren ihr Problem: wenn die Erwartungshaltung stieg, platzte der Traum meist am gläsernen Selbstvertrauen. Guardiola kennt diese Schwäche, er hat sie jahrelang mit seinen City-Spielern ausgenutzt.

City selbst wirkt verletzlich. Rodri fehlt gesperrt, De Bruyne laboriert an der Wade, Haaland schoss in den letzten fünf Pflichtspielen nur einmal. Trotzdem: Guardiolas Teams leben von der Angst des Gegners. Wenn Arsenal zu früh glaubt, dass das Finale schon gelaufen ist, schlägt City mit der gefürchteten Konter-Klinge zu.

Sky und wow verlangen extra-gebühr – fans rebellieren

Sky und wow verlangen extra-gebühr – fans rebellieren

Kein Free-TV, kein Eurosport-Abendprogramm. Sky und seine Streaming-Tochter Wow haben die Rechte exklusiv. 14,99 Euro kostet der Tagespass, 29,99 der Monatszugang. Twitter explodiert: „Nicht mal das Pokalfinale ist noch Volkssport.“ Die Premier League verdient daran mit – und treibt gleichzeitig die nächste Generation auf illegale Streams. Ironie des Kapitalismus: je teurer das Produkt, desto mehr Zuschauer verschwinden in der Grauzone.

Arteta gegen guardiola – duell zweier taktik-nerds

Arteta gegen guardiola – duell zweier taktik-nerds

Artetas DNA ist Guardiola-DNA. Beide lieben Überzahlsituationen am eigenen Strafraum, beide erfinden neue Worte für alte Positionen („inverted left 8“). Der Unterschied: Arteta erlaubt seinem Team, auch mal die zweite Welle zu vergessen und direkt aufs Tor zu schießen. Guardiola dagegen hasst das Chaos. Er will Kontrolle bis zur letzten Sekunde. Genau diese Sekunde könnte heute seine Achillesferse sein.

Bei den letzten drei Aufeinandertreffen spielte Arsenal mit Tempo, nicht mit Ballbesitz. Ergebnis: zwei Siege, ein Remis. Guardiola wird eine Antwort parat haben – die Frage ist nur, wie viel Risiko er eingeht. Ein frühes Tor und City dreht am Selbstschalter. Ein Rückstand und die Mannschaft erinnert sich an jede ihrer jüngsten Katastrophen.

17.30 Uhr, 82 000 Fans, eine Trophäe, die niemand so recht braucht – und trotzdem könnte sie die Saison spalten. Gewinnt Arsenal, fliegt der Titel-Wahn nach Liverpool mit. Gewinnt City, wacht die Premier League auf und erinnert sich: der Champion schläft nie. Entscheidend wird sein, wer zuerst aufwacht.