Dresden schmeißt top-scorer raus: pehlivan muss gehen
Der HC Elbflorenz schickt Doruk Pehlivan weg – mitten in der Saison, obwohl der Türke mit 84 Treffern dritbester Werfer der 2. Bundesliga ist. Die Nachricht traf selbst Innenleute wie ein Blitz.

Warum der tabellendritte seinen rückraum-giganten abwirft
Sportchef Rico Göde spricht von „Planungen für die kommende Saison“. Klingt nach Routine, ist es nicht. Der Klub liegt auf Aufstiegskurs, und genau jetzt trennt er sich von einem Spieler, der in 22 Partien 84 Tore warf, 22 Bälle blockte und neun Mal klaute. Die Zahlen lügen nicht. Pehlivans Gehalt dürfte siebenstellig sein – in Liga zwei eine Größenordnung, die selbst ambitionierte Verantwortliche schlucken lassen.
Intern heißt es, man wolle „jünger und flexibler“ werden. Heißt: billiger. Denn der Aufstieg ist kein Selbstläufer. Die Lizenz für die Bundesliga kostet rund zwei Millionen Euro, die Infrastruktur muss passen, und die Fernsehgelder fließen erst, wenn man wirklich oben mitspielt. Da spart man lieber am Personal als am Traum.
Pehlivan selbst reagiert gelassen. „Dresden hat mir in einer wichtigen Phase meiner Laufbahn das Vertrauen geschenkt“, sagt er. Höflich. Zu höflich. In der Kabine gilt der 2,01-Meter-Mann als Kumpeltyp, der auch mal die Stimme erhebt. Genau diese Mischung machte ihn unverzichtbar. Bis jetzt.
Die Entscheidung ist längst gefallen, der Vertrag läuft am 30. Juni aus. Bis dahin will Pehlivan „das Maximum herausholen“. Was heißt: Er wird weiterspielen, weiterscoren – und im Sommer ablösefrei weitermachen. Für Dresden bleibt ein fader Beigeschmack. Wer Spieler abwirft, die sich gerade in Topform befinden, riskiert, dass der Rest der Truppe mitbekommt: Leistung schützt vor Abfindung nicht.
Der HC Elbflorenz hat sieben Spieltage, um zu beweisen, dass die Trennung richtig war. Pehlivan hat sieben Spieltage, um zu beweisen, dass sie falsch ist. Die Antwort kommt auf dem Feld – und auf der Bankkontoauszug, wenn der Aufstieg klappt oder eben nicht.
