Gladbach reist mit rückkehr von reitz und frischem selbstvertrauen zum rheinderby
Am Samstag um 15.30 Uhr steht Köln Kopf: Borussia Mönchengladbach reist mit vier Punkten Vorsprung auf den Strich und einem Kader, der sich langsam füllt, ins RheinEnergieStadion. Der 1. FC Köln wartet auf den Befreiungsschlag, die Fohlen wollen die eigene Serie gegen direkte Konkurrenz ausbauen. Kurz: Es ist mehr als ein Derby – es ist ein Sechspunkte-Spiel im Kampf gegen die rote Laterne.
Polanski spürt laute kabine statt leise verzweiflung
Eugen Polanski mag keine großen Reden, aber er hat ein Gespür für Stimmung. „Es ist lauter, es wird sich gewehrt, es wird diskutiert“, sagt der 40-Jährige über die Trainingswoche. Datenanalysten mögen das nicht messen können, der Coach schon. Die Siege gegen Union Berlin und St. Pauli haben die Atmosphäre verändert. „Du stehst als Trainer da und hast ein anderes Gefühl“, gibt er zu. Was er meint: Die Gruppe glaubt wieder an sich selbst – und das genau eine Woche, bevor der alte Rivale wartet.
Der Hinrundensieg (3:1) war der Startschuss für eine Serie von fünf Spielen ohne Niederlage gegen Köln. Polanski will das Gefühl von damals replizieren, weiß aber, dass Emotionen nur halb reichen. „Wir brauchen die Basics: Zweikampfstärke, Ballsicherheit, Cleverness“, sagt er. Der Rest ergebe sich dann schon aus dem Derby-Feuer.

Rocco reitz kehrt zurück – leipzig-deal als motivationsboost
Kapitän Rocco Reitz stand gegen St. Pauli wegen Gelb-Rot im Tribünenbereich, am Samstag ist er wieder dabei. Der Wechsel zu RB Leipzig ist längst kommuniziert, doch statt Ablöse-Stress sieht Polanski Extra-Turbo. „Er hat mir gesagt, dass er ‚sehr viel vor‘ hat. Das habe ich auch in den Trainingseinheiten gesehen“, betont der Trainer und lässt offen, ob Reitz direkt in die Startelf rückt. Spätestens wenn die Köln-Fans pfeifen, wird sich zeigen, ob der 23-Jährige mit Dampf oder mit Resignation reagiert.
Hinter der Kulisse arbeitet der Sportvorstand bereits an einer Nachfolge-Lösung für den Sommer. Reitz’ Vertrag läuft 2025 aus, ein Wechsel war alternativlos. Für den Klub bedeutet das Planungssicherheit, für Reitz eine Bühne, auf der er sich noch einmal in Szene setzen kann – im eigenen Stadion wäre das nächste Mal, wenn Gladbach daheim auf Köln trifft.

Friedrich und elvedi fit – testspiel lässt ngoumou auflaufen
In der Innenverteidigung kehrt Marvin Friedrich nach muskulären Problemen zurück, Nico Elvedi absolvierte trotz Schlag auf die Wade beide Einheiten dieser Woche. Beide stehen zur Verfügung, was Polanski erstmals seit Wochen erlaubt, wieder zwischen drei- und viererkette zu variieren. Bei Nathan Ngoumou steht ein Kurzeinsatz im Test gegen Osnabrück an, Robin Hack hält sich an den Zeitplan. Langzeitverletzte wie Olschowsky und Urbich fallen weiter aus, doar die Nennung der Namen zeigt: Der Kader wird langsam dicker.
Die Bilanz ist klar – 17 Punkte trennen beide Teams, Köln ist Tabellenletzter, Gladbach hat die Chance, die Kluft auf sieben Zähler zu verkürzen. Die Zahlen sprechen für die Gäste, die Historie spricht für die Gäste, die Formkurve spricht für die Gäste. Trotzdem warnt Polanski: „In so einem Spiel zählt nur, wer 90 Minuten präsenter ist.“ Die Fans werden sich erinnern: Im letzten Derby in Köln gewann Gladbach 5:2, im Pokal folgte ein 3:1. Ein dritter Sieg in Serie wäre mehr als nur Prestige – er würde Köln weiter in den freien Fall und Gladbach endgültig Richtung Rettung schicken.
Die Mannschaft ist bereit, der Kapitän zurück, der Trainer gelassen. Die Rechnung ist einfach: Wer in Müngersdorf gewinnt, spielt am Montag mit einem Bein im Mittelfeld. Wer verliert, darf weiter nach unten schauen. Für Gladbach heißt das: Vorfreude statt Druck – und die nächste Etappe auf dem Weg, die rote Zone endgültig hinter sich zu lassen.
