Dresden schlägt münster 6:0 und fliegt raus aus dem keller
31.010 Fans, sechs Tore, ein neuer Klubrekord – und die schwarz-gelbe Rasierklinge, die den Abstieg einfach wegputzt. Dynamo Dresden fegte Preußen Münster am Sonntag mit 6:0 aus dem Stadion, sprang auf Rang 13 und schickt die Gäste mit einer blutenden Abwehr in die Länderspielpause.
Das Rudolf-Harbig-Stadion bebte nach 47 Sekunden schon erstmals, weil Ben Bobzien den Ball am linken Strafraumeck pflückte, drei Gegner aussteigen ließ und flach zum 1:0 einschob. Vier Minuten später legte derselbe Bobzien nach – diesmal mit der Hacke, diesmal nach einem Pressinggewinn von Kapitän Stefan Kutschke. Die 14. und 18. Minute markieren den Moment, in dem Münsters Abwehrcoach die Reihenfahne schon halb hinunterließ.
Abseitsfalle wird zur falle für münster
Der dritre Streich folgte ausgerechnet nach einer misslungenen Abseitslinie. Kutschke stand einen Meter hinter der letzten gegnerischen Sohle, nahm den Steilpass mit, umkurvte Keeper Lukas Köpping und schob locker ein. 3:0 nach 32 Minuten – der erste Dresdner Drei-Tore-Vorsprung zur Pause seit dem 4:0 gegen Sandhausen 2017.
Nach dem Seitenwechsel schaltete Coach Thomas Stamm den Modus „Kontrolle mit Beißreflex“ ein. Die Hintermannschaft rückte fünf Meter höher, Mittelfeldstratege Claudio Ceka schob sich als zusätzlicher Sechser vor die Abwehr. Die Folge: zwei Tore innerhalb von 120 Sekunden. Erst Kutschke mit seinem zweiten Treffer nach erneuter Vorarbeit von Vincent Vermeij, dann der eingewechselte Holländer selbst, der ein Abspielfehler von Münsters Marcel Costly direkt zum 5:0 nutzte.

Rekordtor von ceka besiegelt den rausch
Den Schlusspunkt setzte Ceka mit einem Linksschuss aus 19 Metern, der unter die Latte zischte und gleichzeitig die höchste Heimniederlage der Preußen in der 2. Bundesliga markierte. 6:0 – noch nie gewann Dynamo in dieser Klasse so deutlich. Die Zahlen sind schon jetzt ein kleines Denkmal: 18:4 Torschüsse, 63 Prozent Ballbesitz, 42 gewonnene Zweikämpfe gegen 27.
Der Sieg versetzt Dresden auf 28 Punkte und auf Tuchfühlung zu den sicheren Plätzen. Für Münster bleibt die Erkenntnis, dass die Defensive ohne den gesperrten Jens Castrop wie ein Kartenhaus zusammenbricht. Die Preußen rutschen auf den Relegationsrang zurück, müssen in drei Wochen gegen Kiel ran – und wissen jetzt schon: Es wird ein Endspiel.
Dresden dagegen darf träumen. „Wir haben gezeigt, dass wir nicht nur kampfen, sondern auch Fußball spielen können“, sagte Kutschke nach Abpfiff. Die Fans skandierten bis in die Nacht hinein „Wir stehen wieder auf!“ – und haben dafür erstmals in dieser Saison echte Argumente.
