Doucouré jagt bayern im pokal: von münchen nach hamburg, aus der reserve ins rampenlicht

Magou Doucouré kennt die Rampenlichter der Allianz Arena nur aus Kurzeinsätzen, doch am Mittwoch will sie den Deutschen Meister aus dem eigenen Stadion schießen. 18.30 Uhr, Volksparkstadion, Viertelfinale im DFB-Pokal – die Rechtsverteidigerin trifft mit dem Hamburger SV auf ihren Ex-Verein.

Französin stößt zum winter-sechserpack

Der HSV kaufte im Winter halb Frankreich leer, Doucouré war Teil dieser Transfer-Offensive. Fünf Liga-Spiele, fünfmal von Anfang an – die 25-Jährige schlug sofort ein. Jobina Lahr fällt mit einem Muskelfaserriss aus, also läuft die Flanke rechts über die Französin. Sieben Punkte holte Hamburg seit ihrem Amtsantritt. „Man hat mir vertraut, jetzt zahle ich es zurück“, sagt sie knapp. Kein Pathos, nur Arbeitsethik.

Bayern ist kein Pokal-Gast wie jeder andere. Die Münchner holten 2025 das Double, Doucouré war damals Teil des Kaders, wenn auch nur als Zuschauerin. 180 Sekunden Champions-League-Einsatz gegen Valerenga – das war’s. Genug, um intern zu lernen, wie Profis ticken. „Wenn du mit Momoko Tanikawa und Maria Luisa Grohs trainierst, nimmst du automatisch Stoff mit“, erzählt sie. Die beiden Freundinnen stehen jetzt auf der gegnerischen Seite.

Ein sieg würde das halbfinale näherrücken

Ein sieg würde das halbfinale näherrücken

Hamburg schmiss Bayer Leverkusen per Elfmeterschießen raus, Magdeburg vorher mit 3:0. Gegen Bayern droht kalte Realität. Die Elf von Alexander Strausdominiert die Liga, kassierte erst neun Gegentore. Doucouré schränkt ein: „Großartige Spielerinnen, klar. Aber wir haben Selbstvertrauen und Energie.“ Genau diese Mischung half zuletzt beim 4:0 in Hoffenheim und beim 1:1 gegen Bremen.

Rund 10.000 Tickets sind verkauft – ein Zehntel des Rekords von vor zwölf Monaten. Dennoch: Werden die Bayern erstmals in dieser Saison aus dem Pokal gekickt, schreibt Doucouré Hamburger Sport-Geschichte. Sie selbst redet das Thema klein: „Es ist nur Fußball. Manchmal spielst du, manchmal nicht.“ Der Satz klingt nach Resignation, ist aber Taktik. Keine Gefühlsdauerkraft, Fokus aufs Spiel.

Trainer Julia Schäf wird die defensive Raute wohl auf Doucourés Seite verlagern, um Lea Schüller und Pernille Harder früh zu stören. Die Französin lacht trocken: „Ich habe in München gelernt, wie Weltklasse aussieht. Jetzt zeige ich, was ich davon mitgenommen habe.“ Einziger Gewinn oder Pokalsensation – Doucouré kann aus der Reserve direkt ins Rampenlicht marschieren.