Alba berlin rauscht mit dusel ins glück – würzburger trick wird zur farce
Die Ballspielhalle in der Mercedes-Benz Arena schwappte noch vor Sekunden, jetzt herrscht betretenes Schweigen. Drei Sekunden vor Ultimo führt Alba Berlin mit zwei Punkten, Würzburg muss foulen. Was folgt, ist kein dramatischer Showdown, sondern ein Slapstick in Orange.
Würzburger freiwurf-choreografie endet im rohrkrepierer
Coach Denis Wucherer zieht Ivey ans Brett, erklärt mit hochgereckter Faust einen Trick: Erster Ball absichtlich daneben, dann Rebound, dann schneller Dreier. Standard-Manöre aus der Trickkiste, in der Theorie unhaltbar. Doch die Praxis schlägt gnadenlos zu. Ivey schleudert die Kugel nicht einfach drüber – er knallt sie ans Brettunterkante. Berliner Fans lachen, Würzburger Bank schaut in den Abgrund.
Zweiter Versuch: Ivey soll jetzt treffen, um auf minus eins zu verkürzen. Er atmet durch, legt sich die Hand aufs Herz – und jagt das Leder einen Meter links am Brett vorbei. Nicht mal ein Rebound. Die Arena explodiert vor Häme, die Baskets senken die Köpfe. Berlin blockt den Einwurf, Sekunden laufen ab, Schlusspfiff.

Alba nutzt das chaos und festigt die spitzenposition
Endstand 92:89, Tabellenprimus Alba kann die Schockstarre der Gäste nicht fassen. „Wir hatten Glück, klar“, sagt ein mitfahrender Berliner Betreuer. „Aber Glück ist trainierbar – wer in solchen Momenten ruhig bleibt, kassiert den Ball.“ Die Statistik spricht Bände: Drei Ballverluste Würzburg in den letzten 29 Sekunden, dazu eine Freiwurf-Quote von 0/4 in dieser Phase.
Für Wucherer ist die Niederlage mehr als zwei verschossene Punkte. „Wenn du dir eine Aktion ausdenkst, musst du sie konsequent durchziehen. Halbe Sachen bestraft die Liga sofort“, klagt er. Sportdirektor Rolf Beyer sieht die Play-off-Träume schwinden: „Jetzt braucht es eine Serie, sonst schauen wir von außen.“
Alba dagegen feiert den fünften Sieg in Serie und kann am Wochenende mit breiter Brust nach München reisen. Die Fans skandieren schon im Parkett: „Scheiß Geduld, wir wollen den Pokal!“ Die Favoritenrolle wächst, ob gewollt oder nicht.
Die lektion: kreativität ist nur so gut wie ihre ausführung
Trickfreiwürfe sind seit Jahrzehnten Teil der Basketball-Folklore – wenn sie funktionieren. Scheitern sie, wird der Coach zum Clown. Ivey wird sich erholen, doch das Video bleibt. In einer Woche kreisen die GIFs durchs Netz, die Meme sind schon in Arbeit. Spätestens dann weiß auch die letzte Kantine: Wer verrückt spielt, muss treffen.
Alba reist weiter im Soll, Würzburg bleibt im Dezember frostig. Und irgendwo in der ProB schaut ein Nachwuchstrainer dieses Finale, schreibt sich in sein Notizbuch: „Trick ja – aber vorher üben, üben, üben.“
