Dortmund zieht davon: adeyemi und reggiani schieben den bvb auf champions-league-kurs

Zwei Tore, drei Punkte, ein klares Signal: Borussia Dortmund hat die Verfolger mit dem 2:0 gegen Augsburg auf Distanz gehalten und Platz zwei so gut wie gebucht. Trainer Niko Kovac atmet durch – der Minimalplan „Vizemeister“ rückt näher.

Kovac' minimalziel rückt in reichweite

Die Rechnung ist simpel: Bei noch acht ausstehenden Partien beträgt der Vorsprung auf Hoffenheim sieben Zähler, Leverkusen hat ein Spiel mehr und kassierte gestern eine weitere Niederlage. Mit 56 Punkten dürfen die Schwarz-Gelben den Blick bereits auf die Vorbereitung der Champions-League-Quali richten – ein Trost nach dem frühen Pokal- und Europa-Aus.

Karim Adeyemi war es, der nach 13 Minuten die Anspannung aus dem Stadion nahm. Mit einem Sprint in die Tiefe ließ er zwei Gegenspieler stehen, ging im Fallen mit dem Körper durch und schob flach zur Führung ein. Die Vorentscheidung folgte nach der Pause: Luca Reggiani, 18 Jahre alt, erst zweimal in der Startelf, nickte nach einer Ecke sein erstes Bundesligator und wurde von der Südtribüne gefeiert wie ein Jahrhunderttransfer.

Personalrochaden überschatten den sieg

Personalrochaden überschatten den sieg

Doch während die Südtribüne „Nico Schlotterbeck“ skandierte, brodelt es im Hintergrund. Julian Brandt, Niklas Süle und Salih Özcan werden den Klub verlassen, wie Sportdirektor Sebastian Kehl am Freitag bestätigte. Felix Nmecha sicherte sich dagegen mit einem Vertrag bis 2030 Planungssicherheit – ein Machtwort der Geschäftsführung, das intern für Diskussionen sorgt.

Die Augsburger, seit Wochen unten durch, boten zwar kämpferische Ansätze, doch Rodrigo Ribeiro vergab die einzig nennenswerte Chance (23.). Sonst bestimmte der BVB das Tempo, traf zweimal die Latte und ließ den Ball laufen, bis Reggiani den Deckel draufsetzte.

Die zukunft beginnt jetzt

Die zukunft beginnt jetzt

Die Saison ist gerettet, der Umbruch läuft. Frische Gesichter wie Reggiani sollen die Abgänge kompensieren, Kovac erhält personelle Planungsfreiheit. Die Fans feiern den Joker Adeyemi und den Debütanten, während die Entscheidung über Schlotterbecks Verbleib auf nächste Woche vertagt wurde. Die Kapitäne der Brüder Schlotterbeck gingen sich nach dem Schlusspfiff demonstrativ aus dem Weg – ein Symbol für die Brisanz, die in Dortmund noch bis Sommer bleibt.

Der BVB hat die Meisterschaft abgehakt, die Champions-League-Quali vor Augen. Die Mission „Minimalziel“ ist kein Trost mehr – sie ist Realität. Und mit jedem weiteren Sieg wächst die Erkenntnis: Der erhoffte Umbrau beginnt längst auf dem Rasen, nicht nur im Vorstand.