Bayern bleibt trotz doppel-rot in bayarena sieglos - díaz rettet punkt und fliegt
Neun gegen elf, zwei Rote, ein Punkt: Der FC Bayern hat in Leverkusen mit letzter Kraft dem drohenden Auswärts-Crash die Stirn geboten. Nach 1:1 bleibt die Saison-Niederlage-Nulle Serie, doch die Wunden sind tief.

Jackson und díaz lassen kompany erbeben
Aleix García traf die Gäste schon nach sechs Minuten kalt. Dann riss die Partie im Minutentakt ein Stück an Substanz. Nicolas Jackson stieg Martin Terrier auf den Knöchel, Videoschiedsrichter Patrick Ittrich griff ein – Rot. Bayern mit einem Bein im freien Fall? Nein. Denn Luis Díaz nutzte einen Querschläger von Robert Andrich, schob zum 1:1 ein und schrie sich die Seele aus dem Leib. Kurz vor Ultimo grätschte er Andrich, sah Gelb-Rot, tanzte wütend in den Katakomben. Drei Minuten plus Nachspielzeit überstand der Rekordmeister in doppelter Unterzahl – Sven Ulreich parierte gegen Schick, der Knoten platzte nicht.
Vincent Kompany sprach hinterher von „Fußball pur – verrückt, brutal, schön“. Die Tabelle lügt nicht: Neun Punkte Vorsprung auf Dortmund, zwölf auf Leverkusen. Doch die Statistik nagt. Kein Sieg in den letzten vier Ligagastspielen in der BayArena. Das nächste Kapitel folgt am 22. April im Pokal-Halbfinale – selber Ort, selbe Gefahr.
Ulreich, zwischen den Pfosten nur Notlösung nach Neuer-Faserriss und Urbig-Gehirnerschütterung, bekam trotz des frühen Gegentors Bestnoten. „Er hat uns die Haut gerettet“, sagte Kompany. Harry Kane saß 61 Minuten auf der Bank, kam, traf – aber der Treffer wurde wegen Handspiels zurückgenommen. Auch das passt zu einem Nachmittag, bei dem nichts lief wie geplant und alles offen blieb bis zur letzten Sekunde.
Leverkusen verpasst den Sprung auf Platz vier, muss am Dienstag in Arsenal die eigene Champions-League-Ausgrabung wagen. Trainer Xabi Alonso schüttelte die Faust: „Wir haben zwei Punkte verschenkt, aber die Energie für London ist da.“
Bayern reist mit einem Bein im Viertelfinale nach Bergamo (6:1-Hinspiel), doch der Ruf der Verletztenliste wird lauter. Neuer fällt drei Wochen, Urbig muss die Protokoll-Lichtpunkte abwarten. Und Jackson sowie Díaz kassieren automatisch Sperren – ein Déjà-vu der Saison 2023/24, als Rot-Karten die Meisterschaft noch entschieden. Die Meisterschaft ist noch nicht entschieden, aber die Belastungsprobe nimmt kein Ende.
