Dortmund räumt auf: brandt, süle und özcan müssen gehen
Der BVB fegt dreimal durch die Kabine. Nach Julian Brandt folgenNiklas Süle und Salih Özcan – beide ablösefrei, beide mit sofortiger Wirkung zum Saisonende. Die Marschrichtung ist klar: Weg mit dem Ballast, her mit frischem Wind.
Warum genau diese drei spieler
Brandts Trennung war schon am Samstag durchsickert, nun also auch die beiden Defensivspezialisten. Süle kam 2022 als Bayern-Lösung, sollte Hummels-Nachfolger werden, blieb aber ein Zwitter aus Weltklasse-Körper und U20-Kopf. Özcan lieferte in 55 Pflichtspielen Energie, aber selten Kontrolle. Beide kosteten zusammen keine Ablöse, gehen auch ohne – ein Verlust, der in der Bilanz kaum schmerzt.
Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Nach dem Champions-League-Aus in Bergamo und der Demontage gegen Bayern tickt die Uhr. Neun Spiele, sechs Punkte Vorsprung auf Hoffenheim – mehr Druck gibt es nicht. Sportdirektor Sebastian Kehl nutzt das Polster, um schon jetzt Personalrochaden zu vollziehen, statt im Sommer unter Zeitnot zu handeln.

Was das freigibt
Platz auf der Gehaltsliste rund 14 Millionen Euro jährlich. Kapazität für zwei, drei Toptransfers. Und eine klare Botschaft an die Kabine: Leistung vor Namen. Wer nicht liefert, fliegt – egal, wie laut der Werbevertrag war.
Die erste Spur führt nach Frankfurt. Willian Pacho soll kommen, 22, schnell, linksfuß. Die Ablöse: 45 Millionen. Genau die Summe, die durch Süles und Özcans Abgänge locker wird. Kehl plant nicht kleckern, sondern klotzen.

Der blick zurück
Süle holte 2022 noch mit breiter Brust an: „Ich will Titel gewinnen.“ Stattdessen gewann er 21 Pflichtspiele in zwei Jahren, verlor aber zehn Kilo Matchgewicht. Özcan schwor auf „Identität und Leidenschaft“, lieferte aber vor allem Ballverluste. Brandt, einst für 25 Millionen aus Leverkusen geholt, blieb das ewige Versprechen – mit 17 Toren in 81 Partien seit 2022.
Die Bilanz ist hart, aber ehrlich: Dortmund zahlte keine Ablöse für die beiden Neuen, zahlt nun keine Abfindung für die Abgänge. Ein Deal, der in der Bilanz nur als Lehrgeld auftaucht.
Die stimmung in der kurve
Die Südtribüne reagiert gemischt. Süle wird als „Netzer mit Knödeln“ verspottet, Özcan als „Köln-Joker“. Brandt hingegen bekommt Applaus – nicht für das, was er war, sondern für das, was er hätte sein können. Die Fans begreifen: Diese Trennung ist kein Abriss, sondern ein Neuanfang.
Und der beginnt schon am Samstag in Bremen. Dort will Edin Terzić mit einer Startelf auflaufen, die keine Altlasten trägt. Die Zukunft des BVB heißt nicht mehr Brandt, Süle oder Özcan – sie trägt noch keinen Namen, aber sie hat endlich wieder Luft.
