Doppelschlag nach 12 minuten: verl wirft ingolstadt aus der aufstiegsrechnung

Der SC Verl hat den Knoten geplatzen lassen – und das gleich doppelt. Nach sieben Minuten klatschte Marco Wörners Volley gegen den Pfosten, 60 Sekunden später lag der Ball im Tor. Berkan Taz bohrte fünf Minuten später das 2:0 nach – bevor die Schanzer begreifen konnten, dass der 28. Spieltag für sie gelaufen ist.

Die Zahlen sind gnadenlos: Ingolstadt kassierte in den ersten Viertelstunden zwei Schüsse, zwei Gegentore, null Antwort. Die restlichen 78 Minuten dienten nur noch der Statistik. Verl kontrollierte Tempo und Ballbesitz, ließ 62 Prozent Passgenauigkeit der Hausherren wie ein Schulprojekt wirken. Kai Eisele im Schanzer Kasten rettte gegen Taz (71.) und Mhamdi (66.) zusätzliche Demütigung, doch beim 1:2 durch Maljojoki (88.) war die Grenze erreicht.

Verl rückt auf fünf punkte rückstand heran

Der Sprung auf Tabellenplatz fünf bedeutet mehr als nur drei Zähler. Mit 48 Punkten sind die Ostwestfalen nur noch einen Sieg vom Relegationsrang entfernt, während Ingolstadt auf Rang zwölf im Mittelmaß versinkt – 13 Punkte Luft nach unten, 14 Punkte Rückstand nach oben. Die Saison ist für die Bayern praktisch gelaufen.

Verls Trainer zeigte sich nach Abpfiff sichtlich erleichtert: „Wir haben die Zweikämpfe sofort angenommen und das Selbstvertrauen zurückgeholt.“ Das belegen auch die individuellen Daten: Wörner gewann 70 Prozent seiner Duelle, Taz schaltete sich sieben Mal in die gegnerische Hälfte ein – beide Faktoren, die zuletzt fehlten. Die Niederlagenserie (drei Spiele ohne Sieg) ist damit beendet, die Trendwende perfekt.

Der aufstiegsplan liegt auf dem tisch

Der aufstiegsplan liegt auf dem tisch

Am Sonntag empfängt Verl den Tabellenletzten 1. FC Schweinfurt – ein vermeintliches Pflichtspiel, das plötzlich richtungweisend wird. Gewinnen die Pelkumer, könnten sie vor dem 30. Spieltag die Relegationsplätze ins Visier nehmen. Für Ingolstadt geht es am selben Tag nach Ulm, wo bereits die nächste Pokalniederlage droht, sollte die Leistung nicht springen.

Kurz gesagt: Verl hat den Turbo gezündet, Ingolstadt den Anschluss verloren. Die 3. Liga bekommt einen neuen Aufstiegsanwärter – und einen Absteiger, der schon jetzt die Koffer packt.