Doncic-deal: davis packt aus – sechs jahre, ein titel, viel respektlosigkeit
Der Transfer, der die NBA vor einem Jahr erschütterte, hallt weiterhin nach. Anthony Davis, nun bei den Washington Wizards, hat in einem Gespräch mit Draymond Green seine Fassungslosigkeit über den Tausch mit Luka Dončić bei den Los Angeles Lakers öffentlich gemacht. Ein Geständnis, das die Schattenseiten von Machtspielen und Profifußball beleuchtet.

Die bittere pille der politik
Davis’ Hauptvorwurf: Mangelnder Respekt. Sechs Jahre in Los Angeles, ein Meistertitel – und dann ein Abgang ohne ein offenes Wort. „Ich habe das Gefühl, ich hätte mehr Respekt verdient“, so Davis. „Sechs Jahre. Ein Meisterschaftsgewinn. Das sollte etwas bedeuten.“ Was er am meisten schmerzte, war die Art und Weise, wie er von den Lakers behandelt wurde: als Schachfigur in einer politischen Schachpartie, ohne dass er jemals konsultiert wurde.
Er erinnert sich an die Ereignisse, die zu dem Deal führten. Nach einem Sieg in Charlotte, in dem er 42 Punkte und 23 Rebounds erzielte, reiste er nach Philadelphia, wo er sich verletzte. Während sein Team in New York weiterzog, suchte er in Los Angeles nach Möglichkeiten, sich zu erholen. Inmitten dieser Ruhe platzt die Bombe: Rob Pelinka, der General Manager der Lakers, rief an und kündigte an, dass der Trainer etwas Wichtiges mit ihm besprechen wolle. Davis dachte an einen möglichen Neuzugang, doch die Realität war schmerzhafter: Er sollte gegen Luka Dončić getauscht werden.
„Ich hatte keine Ahnung, dass das passieren würde“, gestand Davis. Sein Agent, Rich Paul, mit dem er bereits über eine mögliche Zusammenarbeit mit Dončić gesprochen hatte, bestätigte die Nachricht ebenfalls erst später. Die Flut der Nachrichten überschlug sich. Joel Embiid rief an, andere Spieler meldeten sich. Als er schließlich auf Twitter nachsah, bestätigte ein Tweet von Shams Charania die Transfergerüchte. „Schatz, ich wurde nach Dallas getauscht“, teilte er seiner Frau mit. Ein Moment, der sein Leben auf den Kopf stellte.
Der Transfer war für Davis ein Schock. Er fühlte sich im Stich gelassen, ignoriert. „Niemand hat mir ein Wort gesagt. Das kann ich einfach nicht verarbeiten“, so Davis. Der Deal, der die Mavericks sportlich enorm stärkte, bedeutete für Davis den Beginn eines neuen, schwierigen Kapitels.
Die Lakers profitierten von der Verpflichtung eines der bekanntesten und medial stärksten Spieler der NBA, der potenziell den Thron von LeBron James erben konnte. Doch für Anthony Davis blieb der bittere Nachgeschmack der fehlenden Kommunikation und des mangelnden Respekts bestehen – eine Lektion, die er so schnell nicht vergessen wird. Ob Luka Dončić in der Lage sein wird, die Lücke zu füllen, die Davis hinterlässt, bleibt abzuwarten. Für Davis zählt nur eines: Das Gefühl, dass seine Leistungen und sein Engagement für die Lakers nicht ausreichend gewürdigt wurden.
