Domenech schießt scharf zurück: „eine verletzung meiner seele“

Raymond Domenech, der ehemalige Bondescoach der französischen Nationalmannschaft, hat mit scharfer Kritik auf den jüngst erschienenen Dokumentarfilm über seine Amtszeit reagiert. Der Film, der die turbulente Zeit unter seiner Führung beleuchtet, wird von Domenech als „gewalttätig“, „unehrlich“ und „sensationslüstern“ abgetan – ein Angriff, der die französische Fußballwelt erneut aufwirbelt.

Der ex-coach fühlt sich verraten

Der ex-coach fühlt sich verraten

Domenech hatte sich offenbar bereit erklärt, seine persönlichen Tagebücher für den Film zugänglich zu machen, in der Hoffnung, Kontext und Reflexionen zu liefern. Doch das Ergebnis, so seine Aussage, verstoße gegen den ursprünglichen Geist dieser Kooperation. „Diese Notizen hätten niemals in dieser Form veröffentlicht werden dürfen“, klagt er in einem emotionalen Statement, das von Enttäuschung und Wut geprägt ist. Er spricht von einem Bruch des Vertrauens und einer gezielten Instrumentalisierung seiner privaten Gedanken.

Die Produktion, so Domenech, habe seine Kompromisse missachtet und den Film in eine „außergewöhnlich gewalttätige Anklage“ gegen seine Person verwandelt. Die Auswahl der Aussagen und die Montage des Films würden eine verzerrte Darstellung liefern, die einzig und allein auf die Steigerung der Zuschauerzahlen abzielt. „Ich bin verletzt und verraten“, gesteht er und geht sogar so weit, die Situation als „eine Verletzung meiner Seele“ zu bezeichnen.

Es gehe ihm nicht um eine Abrechnung oder eine öffentliche Therapie, betont Domenech. Vielmehr habe er die Absicht gehabt, eine komplexe Phase seines Lebens und der französischen Nationalmannschaft zu beleuchten. Er distanziert sich daher „mit aller Kraft“ von einem Werk, das seiner Meinung nach weder dem Fußball noch dem Journalismus gerecht wird. Die privaten Notizen, entstanden unter enormem Druck, seien aus dem Kontext gerissen und zu einer Karikatur seiner Person verkommen.

Die Affäre wirft ein Schlaglicht auf die ethischen Grenzen des Journalismus und die Verantwortung bei der Darstellung von Persönlichkeiten, die sich in einer schwierigen Situation befinden. Domenech’s Reaktion ist ein deutliches Signal, dass die Vergangenheit ihn noch immer verfolgt und die Wunden der damaligen Krise tief sitzen. Die Zuschauer sind nun aufgefordert, sich ein eigenes Bild zu machen – doch die Glaubwürdigkeit des Films ist nachhaltig beschädigt.