Domen prevc jagt in lahti das unmögliche: der „domenator“ will matti nykänen verdrängen
Die Angst der Konkurrenten hat einen Namen: Domen Prevc. Am Freitag, 14:15 Uhr live aus Lahti, kann der Slowene mit dem zwölften Saisonsieg den Gesamtweltcup vorzeitig sichern – und damit die letzte offene Schublade seines Jahres der Superlative schließen.
Noch nie zuvor gewann ein Skispringer Olympia-Gold, WM-Titel, Vierschanzen-Krone und Skiflug-Weltmeisterschaft innerhalb von zwölf Monaten. Matti Nykänen schaffte die „Großen Vier“ einst – aber über Jahre verteilt. Prevc bündelt sie in einer einzigen Saison, in der er bereits 13 Weltcup-Siege auf dem Konto hat. Rekord-Bruder Peter stand bei 15; zwei Siege liegen zwischen dem Traum und der Ewigkeit.
Der flug, der alles veränderte
Der 254,4-Meter-Rekord in Planica war kein Zufall. Martin Schmitt, der letzte deutsche Olympia-Sieger, sieht eine „neue Flugkategorie“: flache Skier, lockere Bindung, maximale Bewegungsfreiheit. „Domen korrigiert Asymmetrien in der Absprungphase, bevor sie sichtbar werden“, sagt Schmitt. Die Konkurrenz kopiert vergeblich: weniger Stabilität, mehr Risiko – eine Balance, die nur Prevc beherrscht.
Die Zahlen sprechen eine eigene Sprache: 1814 Weltcup-Punkte, 761 Vorsprung auf Verfolger Ryoyu Kobayashi. Peter Prevc hatte 2016 mit 2303 Punkten den bisherigen Bestwert aufgestellt. Auch diese Marke schwebt über Lahti wie ein Gespenst.

Prevc vs. die eigene dna
Die Familie ist kein Hintergrund, sondern Antrieb. Vier Geschwister, vier olympische Medaillen. „Im Hause Prevc wurde viel richtig gemacht“, sagt Schmitt. „Aber niemand macht es richtiger als Domen.“ Seine Schwester Nika lachte nach dem Kulm-Sieg: „Er fliegt, wir holen Luft.“
Die große Ironie: Der Rekord, den er bricht, trägt denselben Nachnamen. „Peter war der Wegbereiter, jetzt wird der jüngere Bruder zum Maßstab“, sagt Schmitt. Der ältere Prevc schaut nicht zu, er schaut auf – und nickt langsam.
Lahti wird keine Saison-Ende-Show, sondern die Versiegelung einer Ära. Acht Springen bleiben, zwei Rekorde winken. Der „Domenator“ muss nur noch zwei Mal gewinnen – und die Geschichtsbücher umschreiben. Der Winter ist noch lang. Die Konkurrenz hat keine Zeit mehr.
