Die euroleague schlägt neue kapitalrekorde: 3,2 mrd euro und kein ende in sicht

3,2 Milliarden Euro. So viel ist Europas Eliteklasse plötzlich wert – mehr als jeder Bundesligist außer Bayern. Und das ist erst der Anfang.

Chus bueno bringt die zahlen auf den tisch

Chus bueno bringt die zahlen auf den tisch

Der neue Chef der EuroLeague, Chus Bueno, präsentierte gestern in Madrid eine Studie von JB Capital. Ergebnis: Allein die Marke „Liga“ kostet 1,41 Mrd Euro (2025/26), 2026/27 bereits 1,64 Mrd. Dazu kommen 18 lizenzierte Klubs, die gemeinsam auf 1,8 Mrd Euro taxiert werden. Addiert ergibt sich der Rekordwert von 3,2 Mrd.

Die spanischen Analysten sehen Luft nach oben: 25 Prozent Plus steckt im System, sobald die provisorischen Zehn-Jahres-Lizenzen in echte Franchise-Modelle überführt werden. Dann wären 4,3 Mrd drin – mehr als der komplette italienische Fußballmarkt heute.

Warum das funktioniert? Die EuroLeague verkauft nicht nur Basketball, sondern ein verschlossenes Netzwerk. Kein Abstieg, garantierte Duelle zwischen Real, Barça, Olympiakos und Co., 300 Millionen TV-Haushalte, Streaming-App in 155 Ländern. Die NBA light, nur ohne Salary Cap und mit europäischer Dauerrivalität.

Die Klubs jubeln. Anadolu Efesetwa wurde letzte Saison auf 220 Mio Euro geschätzt, vor fünf Jahren lag man bei 90 Mio. Ein Wertzuwachs, den kein türkischer Fußballclub mithalten kann. Und die nächste TV-Ausschreibung läuft 2025 – Experten rechnen mit einer Verdopplung der Rechte.

Doch es gibt Haken. Die deutschen Teilnehmer ALBA Berlin und Bamberg haltensich aus dem Lizenzzirkel heraus, weil die Buy-In-Quote laut Interna bei 25 Mio Euro liegt. Ein Betrag, der selbst für Bundesliga-Spitzenklubs schwer zu stemmen ist. Die Folge: Deutschlands Basketball bleibt außen vor, während Frankreich mit ASVEL und Monaco weiter aufrüstet.

Der nächste Schritt steht bereits: Im Dezember entscheidet die EuroLeague-Vollversammlung über die endgültige Franchise-Struktur. Wer bis 2027 ein Ticket will, muss jetzt zahlen – oder für immer draußen bleiben. Die Preisspirale dreht sich, der Sport wird zur Aktiengesellschaft.

Die Arena ist gefüllt, die Kasse auch. Die Frage ist nur: Wie viel Sport steckt noch in diesem 3,2-Milliarden-Geschäft?