Die blutige seite des derbys: atlético-real bricht wieder in gewalt aus

Ein Feuerzeug traf Thibaut Courtois am 29. September 2024 im Metropolitano. Die Partie stand still, der Schiedsrichter zog die Stars vom Feld. 18 Minuten dauerte es, bis der belgische Keeper wieder auf seine Linie durfte. Madrid atmete auf – und schlug zurück.

Der vorfall, der das stadion in einen hexenkessel verwandelte

Die Ultras des Frente Atlético hatten sich auf ihre Weise eingeschaltet: Feuerzeuge, Plastikflaschen, alles flog. Courtois, einst selbst Rojiblanco, wurde zur Zielscheibe. Die Polizei rückte an, der VAR lief, Marcos Llorente flog nach einer Grätsche gegen Fran García im Nachspielzeit mit Rot vom Platz. 1:1, aber keiner sprach über Tore.

Die Bilder gingen um die Welt. Atlético drohte ein Geisterspiel, die Liga forderte Konsequenzen. Doch das war nur das jüngste Kapitel eines Buches, das seit 1903 geschrieben wird.

1989: Paco buyo jagt paulo futre – und ein ganzes stadion explodiert

1989: Paco buyo jagt paulo futre – und ein ganzes stadion explodiert

Ein Schlag ins Gesicht, ein Tumult, neun Gelbe, drei Rote. Martín Vázquez traf in der 91. Minute zum 2:1 für Real, doch das Ergebnis war Nebensache. Buyo warf sich wie ein Stier auf den portugiesischen Flügelzauberer, die Calderón-Tribüne kochte. Die Zeitungen sprachen von „Guerra civil“.

Seither ist jedes Aufeinandertreffen ein Seismograph spanischer Spannungen. Franco-Hintergrund, zentrale Macht gegen Arbeiterklub – das steckt noch heute in jedem Zweikampf.

2017: Lucas hernández bricht sergio ramos die nase – mit dem ball 20 meter weg

2017: Lucas hernández bricht sergio ramos die nase – mit dem ball 20 meter weg

Schwalbe? Naiv? Unabsichtlich? Ramos stürmt zum Kopfball, Lucas hebt das Bein. Knack, Blut, gebrochener Nasenknorpel. Der Kapitän spielt weiter, sein Gesicht ein rotes Maske. 0:0, aber wieder ist der Schiedsrichter der eigentliche Star.

Die FIFA zog keine Konsequenzen, die Klubs lieferten sich auf Twitter einen Shitstorm. Die Fans? Sie sammeln sich in WhatsApp-Gruppen und schicken sich Loop-Videos des Fouls – bis heute.

2007: Ein phantom-abseits kostet atlético den sieg

2007: Ein phantom-abseits kostet atlético den sieg

Luis Perea trifft zum vermeintlichen 2:0, Linienmann César Álvarez hebt die Fahne. Bilder später beweisen: kein Abseits, zwei Meter Spielraum. Der Calderón tobt, Fernando Torres wirft den Ball weg. Am Ende 1:1. Für viele Colchoneros ist das der Beweis: „Contra el Madrid, hasta los árbitros sufren.“

2025: Tchouaméni trifft samu lino – und trifft sich selbst ins abseits der debatte

2025: Tchouaméni trifft samu lino – und trifft sich selbst ins abseits der debatte

Elf Meter, VAR, 1:1. Ancelotti schüttelt den Kopf, Simeone reagiert mit einem ironischen Applaus. Die Pressekonferenz wird zur Rundschulung, der CTA (spanischer Schiedsrichterausschuss) bekommt Drohbriefe. Die Liga verdient an TV-Geldern, die Polizei an Überstunden.

Die Bilanz seit 2020: vier Platzstürme, zwei Spielunterbrechungen, 37 verletzte Sicherheitskräfte, eine Anzeige wegen versuchter Körperverletzung. Die Trophäe? Die liegt im Schaukasten – und wird mit jedem Derby ein bisschen schwerer.