Díaz-rot auf widerruf: bayern wehrt sich mit einspruch gegen schiris-fehler
Luiz Díaz darf hoffen. Nach der Gelb-Roten Karte in Leverkusen, die Schiedsrichter Christian Dingert selbst als Fehler eingestand, legt der FC Bayern Einspruch ein – und schickt heftige Kritik an den DFB.
Der schiri gesteht – der klub reagiert
„Wenn ich jetzt die Bilder sehe, ist es kein Elfmeter. Gelb-Rot ist sehr hart, das würde ich jetzt nicht mehr so geben“, sagte Dingert nach dem 1:1 am Freitagabend. Die Szene: 84. Minute, Díaz geht im Leverkusener Strafraum zu Boden, kassiert Wegen angeblicher Schwalbe Gelb-Rot – seine zweite Verwarnung. Sky-Reporter kriegten das Eingeständnis live. Jan-Christian Dreesen, Vorstandschef der Bayern, ließ beim Sender keine Zweifel: „Dass Dingert seinen Fehler eingesteht, ist ehrenwert, aber das alleine hilft uns nicht.“
Der Club reichte beim DFB-Sportgericht Widerspruch ein, wie auf Anfrage bestätigt wurde. Sollte der Einspruch erfolgreich sein, entfiele die Automatiksperre für Díaz. Der Kolumbianer wäre damit für das nächste Bundesliga-Spiel wieder zur Verfügung.

Bayern-frust schwillt an
Der Münchner Ärger geht tiefer. „Der DFB ist gefordert, das Niveau der Leistungen seiner Schiedsrichter zu verbessern“, forderte Dreesen. Man sehe „die Entwicklung der letzten Wochen mit Sorge“. Beim 3:2 in Hamburg, dem 2:2 in Dortmund und nun in Leverkusen habe es „immer wieder strittige Szenen“ gegeben, „die oft gegen uns liefen“. Die Kritik kommt nicht von ungefähr: Die Bayern fühlen sich seit Wochen von Entscheidungen benachteiligt, die Tabelle spricht trotzdem für sie, doch der Vorsprung schmilzt.
Für Díaz wäre ein Spielsperre ein herber Schlag. Der 29-Jährige war erst im Winter aus Liverpool gekommen, soll den Angriff mit Dynamik und Torgefalt füllen. Ohne ihn müsste Trainer Vincent Kompany in der englischen Woche improvisieren – möglicherweise auf Musiala als falsche Neun oder auf den erst 19-jährigen Angriffstalent Mathys Tel.

Was jetzt auf dem spiel steht
Der Einspruch ist mehr als Formsache. Er ist ein Machtwort des Rekordmeisters gegen einen Schiedsrichter-Winter, der ihm Punkte kostet. Die Verhandlung vor der DFB-Kammer dürfte Anfang Woche fallen. Ein Urteil ist offen. Sollte die Sperre bestehen bleiben, verliert der FC Bayern seine neue Offensivwaffe genau dann, wenn Stuttgart und Leipzig im Rückspielplan lauern. Dreesen machte klar: „Wir erwarten, dass sich die Qualität der Referees endlich stabilisiert.“ Die Liga sieht sich erneut mit dem Spagat zwischen menschlichem Versagen und technischer Assistenz konfrontiert.
Der Fall Díaz ist damit zum Präzedenzfall geworden. Nicht wegen der Karte selbst, sondern weil er zeigt: Selbst ein Schiri, der seinen Irrtum einsieht, kann ein ganzes Meisterschaftsrennen beeinflussen. Die Bayern haben ihren Einspruch eingereicht, der Countdown für die Entscheidung läuft. Díaz trainiert unterdessen mit, so lange der DFB nicht nein sagt. Die Kugel liegt nun beim Verband – und im Netz der Videoschiedsrichter, die solche Fehler eigentlich verhindern sollten.
