Imma tataranni knackt 24 % marktanteil und jagt jetzt einen professorenmord

Milchig kalte Kälte liegt über Matera, als Imma Tataranni heute Nacht um 21:30 Uhr auf Rai 1 wieder loslegt – und mit ihr eine Ermittlung, die tiefer in die vergessenen Seelen der Basilicata bohrt als jeder Karabinieri-Stiefel. Die Quote vom 8. März spricht Bände: 3,96 Millionen Zuschauer, 24,1 % Share. Das ist keine Serie mehr, das ist ein Kult.

Ein rentnerinnen-mord, der 30 jahre braucht, um zu reden

Ein rentnerinnen-mord, der 30 jahre braucht, um zu reden

Die neue Folge wirft Imma – gespielt von einer Vanessa Scalera, die mittlerweile so sehr mit ihrer Rolle verschmilzt, dass man vergisst, sie je anders gesehen zu haben – vor eine Leiche, die eigentlich keine sein will: eine pensionierte Lateinlehrerin, ertrunken im eigenen Archiv. Papier ist nicht wasserdicht. Der Mordauftrag kam per Post, handschriftlich, mit 30 Jahre altem Tintenstift. Dahinter: ein Dorf, das seine Kinder an die Welt verkaufte, und ein Geheimnis, das sich selbst verlegt hat.

Parallel dazu eskaliert der Machtkampf in der Procura. Altiero Galliano (Rocco Papaleo) tritt die Nachfolge von Alessandro Vitali an – und zwar mit Stiefeln aus Leder und einer Jagdhunde-Moral, die bei Imma so gut ankommt wie ein Schlag mit dem Faustkeil. „Jagd“ ist für Galliano kein Metapher, sondern Programm. Er ordnet Überstunden an wie andere Kaffee. Imma kontert mit einem Augenrollen, das man durch die Mattscheibe hindurch spürt.

Die Tochter entzieht sich, der Ehemann ist Geschichte, der Süden schreit. Und mittendrin Imma, die zwischen Amaranto-Kleid und Sehnsucht nach einem Schluck Eigelb-Caffè ihr Revier verteidigt – nicht mit Waffen, sondern mit einem Intellekt, der scharf ist wie ein Cacciatore-Messer. Wer jetzt noch glaubt, italienische Krimis seien langsames Kino, wird heute Nacht eines Besseren belehrt: Die Schnitte sind härter, die Dialoge kantiger, die Landschaft so rau, dass selbst die Olivenbäume flüstern.

Streamen geht auch – RaiPlay wirft die Folge parallel online, damit auch die Diaspora in Berlin, München und Köln nichts verpasst. Die App verzeichnet nach der Premiere einen Download-Anstieg um 38 % innerhalb von 24 Stunden. Zahlen, die sich sehen lassen können. Denn egal wie digital wir werden: Mord bleibt analog, und Imma bleibt die Letzte, die ihn noch mit Stift und Stolz aufklärt.

Um 23:15 Uhr ist Schluss, aber die Hitze bleibt. Die dritte Folge steht bereits in den Startlöchern, Drehbücher kursieren in Whatsapp-Gruppen, die Spoiler sind kaum noch zu vermeiden. Doch wer heute wegschaltet, verpasst nicht nur einen Fall – er verpasst den Moment, in dem italienischer Fernsehall wieder Zukunft schreibt. 24,1 % sind nur der Anfang. Der Rest ist Süden. Und Imma.