Dfb-elf sagt blankenhain ab: steuerstreit und verpasste chance für thüringen
Schock für die Fans
im Weimarer Land: Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft wird 2026 vorerst ihren geplanten Trainingslager-Aufenthalt im Spa & Golf Resort Blankenhain nicht antreten. Der DFB hat die Entscheidung am Mittwoch offiziell bestätigt, was eine herbe Enttäuschung für die Region bedeutet, die auf einen Besuch des Teams gehofft hatte.Ein streit um steuern wirft schatten auf die sportliche vorbereitung
Die Ursache für die Absage liegt in einem überraschenden Streit um die steuerliche Behandlung der Trainingsplätze. Laut Informationen der Thüringer Allgemeinen hat das Finanzamt Jena die tägliche Miete für den Trainingsplatz auf happige 11.000 Euro festgelegt, was zu einer Nachforderung von über 100.000 Euro führen soll. Hotel-Manager Daniel Stenzel bezeichnete diese Summe als völlig realitätsfern, da tatsächlich nur 500 Euro pro Tag vereinbart worden waren.
Der Resort-Betreiber Matthias Grafe hatte bereits am Montag auf die Differenzen mit dem Finanzamt angespielt und erklärt, dass er gemeinsam mit dem DFB zu dem Schluss gekommen sei, dass die Nationalmannschaft nicht nach Blankenhain komme. <Die ironische Wendung der Dinge: Gerade erst im vergangenen Jahr war das Resort noch Trainingsort der Nationalmannschaft und diente während der EM als Basisquartier für die englische Auswahl.

Dfb bleibt bei u21, thüringen zeigt sich enttäuscht
Der Deutsche Fußball-Bund betonte, dass die Reservierung im Resort weiterhin bestehen bleibe, jedoch nun die U21-Nationalmannschaft dort trainieren werde. „Wir freuen uns mit der Männer-Nationalmannschaft auf ein Wiedersehen in 2027“, hieß es aus dem Verband. Julian Vonarb, Staatssekretär im Thüringer Finanzministerium, wies die Kritik zurück und argumentierte, die Finanzbehörden hätten sich bei der Festlegung der Platzmiete an vergleichbaren Preisen orientiert.
Trotz der Absage der Nationalmannschaft sollen die Trainingslager der Bundesligisten VfL Wolfsburg und Bayer Leverkusen wie geplant in Thüringen stattfinden. Eine Kooperation zwischen Thüringen und dem DFB sieht weitere Aufenthalte von DFB-Auswahlmannschaften bis 2031 vor, doch der Imageschaden für die Region ist nicht zu unterschätzen. Die Hoffnung der Fans auf begeisternde Momente mit den Stars der Nationalmannschaft ist vorerst geplatzt, und ein unglücklicher Steuerstreit steht im Raum.
Die Frage, die nun bleibt:Kann eine einvernehmliche Lösung gefunden werden, um solche Konflikte in Zukunft zu vermeiden und die Attraktivität Thüringens als Sportstandort zu erhalten?
