Deutschland zittert sich in bremen zu sieg gegen ägypten

Es hätte so schön entspannt sein können. 34:33 – dieses knappe Endergebnis in der Bremer Stadthalle erzählt eine Geschichte, die sich das deutsche Handball-Nationalteam am Sonntag eigentlich selbst eingebrockt hat. Nach einer dominanten ersten Halbzeit mit klarer Sechs-Tore-Führung verwandelte die DHB-Auswahl ein souveränes Testspiel gegen Ägypten in eine unnötige Nervenprobe.

Schluroff als bremer held in der eigenen stadt

Wer am Nachmittag in die Stadthalle kam, erlebte zunächst eine Mannschaft in Bestform. Juri Knorr traf bereits in der ersten Minute, und das deutsche Team legte ein Tempo vor, das die Ägypter sichtlich überforderte. Über das 7:3 durch Mathis Häeler in der siebten Minute und das 10:6 durch den gebürtigen Bremer Miro Schluroff in der elften baute die DHB-Auswahl ihren Vorsprung kontinuierlich aus. Schluroff, der in seiner Heimatstadt spielte, traf insgesamt viermal – ein Abend, den er so schnell nicht vergessen wird.

Beim Stand von 19:13 ging es in die Pause. Sechs Tore Vorsprung, alles unter Kontrolle. Dachte man.

Nach der pause: eine andere mannschaft

Nach der pause: eine andere mannschaft

Was nach dem Seitenwechsel folgte, ließ die Bremer Fans auf den Sitzen unruhig werden. Die deutsche Defensive verlor ihre Stabilität, Ägypten kämpfte sich Tor für Tor heran. Der Vorsprung schmolz bedrohlich. In dieser Phase war es Torwart David Späth, der mit entscheidenden Paraden verhinderte, dass aus einem komfortablen Vorsprung eine Niederlage wurde. Späth hielt den Deckel drauf – knapp, aber es reichte.

Bereits am Donnerstag hatte Deutschland in Dortmund gegen denselben Gegner gewonnen, damals deutlicher mit 41:38. Zwei Siege in zwei Tagen gegen den amtierenden Afrika-Meister – das ist eine ordentliche Bilanz für die Vorbereitung auf die Heim-WM. Nur die Art und Weise des zweiten Erfolgs dürfte Bundestrainer Alfred Gislason zu denken geben. Eine Mannschaft, die in 60 Minuten eine Sechs-Tore-Führung fast vollständig verspielt, hat noch Arbeit vor sich.

Der blick geht jetzt nach vorne

Der blick geht jetzt nach vorne

Für Miro Schluroff war es trotzdem ein perfekter Nachmittag. Vier Tore, Heimspiel, Sieg. Der Bremer hat sich in den vergangenen Monaten in der Nationalmannschaft festgespielt und zeigte auch gegen Ägypten, warum Gislason auf ihn setzt. Wenn die WM im eigenen Land kommt, will Schluroff dabei sein – und solche Auftritte sind das beste Argument dafür.

Das Ergebnis steht. Die Arbeit fängt jetzt erst richtig an.