Deutschland zieht serbien, tunesien und uruguay: k.o.-pfad zur heim-wm beginnt in münchen
Die Glaskugel hatte ein Herz für Alfred Gislason. Als die Kugel am Mittwochabend in Wien die Vorrunde der Handball-WM 2027 ausspuckte, landete der deutsche Favorit in der Gruppe A neben Serbien, Tunesien und Uruguay – ein Blatt, das kaum besser hätte ausfallen können. München wird zur Arena der Auftaktfreude, doch hinter dem Lächeln des Bundestrainers lauert ein Déjà-vu.
Serbien als wiedergutmachungsmission
Knapp fünf Monate nach der peinlichen 24:28-Niederlage gegen die Serben bei der EM in Zagreb wartet die Revanche. „Wir haben etwas gutzumachen“, sagt Gislason trocken. Der Isländer weiß: Serbien ist kein Zuckerschlecken, aber ohne Nikola Karabatić und Mikkel Hansen in der eigenen Gruppe bleibt der Weg ins Achtelfinale glatt.
Tunesien und Uruguay gelten als Sparringspartner für die Rotation, doch wer sich daran erinnert, wie knapp Frankreich 2023 gegen den Maghreb-Staat wankte, dämpft die Euphorie. Uruguay ist der Exot mit dem südamerikanischen Temperament – und der kleinsten Chance, jemals in Köln zu spielen.

Die wahren gruppen des todes stehen woanders
Während Deutschland lauschen kann, tobt in Gruppe F in Magdeburg ein Minikrieg: Portugal, Färöer, Polen, Algerien – vier Teams, die sich gegenseitig die Haare raufen werden. In Gruppe H ziehen Island und Nordmazedonien die Messer. Wer hier überlebt, trägt Kratzer in die Hauptrunde.

Wildcard-chaos: saudi-arabien und türkei statt österreich
Die IHF schickte einen Tag vor der Auslosung eine Bombe: Die Wildcards gehen an Saudi-Arabien und die Türkei. Österreich, die Niederlande, Ungarn und die Schweiz gucken in die Röhre. Die Begründung des Weltverbands liest sich wie PR-Broschüre: „Beitrag zum weltweiten Wachstum.“ Tatsächlich fließt in Riad und Ankara Geld – in Wien und Bern nur Frust.

Kathedralen, pokale und 20 jahre warten
Die 112 Spiele verteilen sich auf sechs Stadien, das Finale am 31. Januar 2027 in der Lanxess Arena in Köln. 19.500 Fans werden die „Kathedrale des Handballs“ zum Kochen bringen. 20 Jahre nach dem Wintermärchen von 2007, als Deutschland zuletzt Weltmeister wurde, winkt der nächste Heim-Traum. Die Gruppe mag machbar sein – doch der Pokal wartet am Ende auf den, der in der K.o.-Phase nicht stolpert. Gislason weiß: „Wer in Köln steht, hat jeden geschlagen.“
