Morgen fliegt der ball: 48 teams, ein azteken-stadion, null nostalgie

Um 17.00 Uhr Ortszeit in Mexiko-Stadt treten Mexiko und Südafrika an, und damit beginnt die größte WM aller Zeiten. 48 Nationalteams, zwölf Gruppen, ein Azteken-Stadion, das plötzlich klein wirkt. Die FIFA hat die Stufen erweitert, die Läufer länger gemacht – und trotzdem ist klar: Jeder einzelne Schritt kann in die Irre führen.

Frankreich gegen spanien bereits im achtelfinale?

Die Simulation spuckt ein Achtes aus, das wie ein Halbfinale klingt: Frankreich trifft auf Spanien, früh, brutal, unversöhnlich. Davor lauern Kolumbien-Spanien und Brasilien-Norwegen als mögliche K.o.-Duelle. Die Losfee hatte offenbar Spaß. Und während Argentinien und Türkei – ja, die Play-off-Nachrücker – ihren Pfad bis ins Viertel sehen, bleibt nur eine Konstante: Eine große Überraschung ist garantiert, sonst wäre es keine WM.

Die Niederlande gegen Marokko im Sechzehntelfinale? Ein Schlagabtausch zweier Flügelstürmer-Schulen, der die Gruppenphase bereits in den Schatten stellt. Europa reist mit dem größten Kontingent an, aber das hat noch nie eine Außenseiterkarriere aufgehalten.

Azteca 2026: keine spur vom „spiel des jahrhunderts“

Azteca 2026: keine spur vom „spiel des jahrhunderts“

Wer 1970 oder 1986 dabei war, spürt die Ironie: Das Azteken-Stadion, einst Bühne für Maradonas „Hand Gottes“ und Pelés letzte Meisterkür, wirkt heute wie ein Museum, in dem die Ausstellungsstücke plötzlich wieder lebendig werden. Die Tribünen sind saniert, das Gras neu verlegt, die Melancholie aber bleibt. Keine der Legenden dieses Platzes wird morgen auflaufen, dafür aber 22 Spieler, die noch keine haben.

Die Uhr tickt. Die Apps pingen. Die Teams sind angekommen, die Würfel gefallen. In 48 Stunden weiß jeder, wer die „besten Dritten“ sind – und ob die Gruppe A tatsächlich die leichteste war.

Die WM 2026 beginnt nicht mit einer Eroberung, sondern mit einer Feststellung: Größe schützt vor Enttäuschung nicht. Am Ende zählt, wer am 19. Juli in New York den Pokal stemmt – nicht, wer am 11. Juni die erste Hymne sang.