Bordalás verlängert bis 2028: getafe bindet seine ikone gegen alle trends

Getafe CF sticht mitten in die Transfer-Fantasien Europas hinein: José Bordalás bleibt. Die Vertragsverlängerung bis 2028 besiegelt eine Liaison, die längst über das pure Trainer-Dasein hinausgewachsen ist. Statt auf Konjunkturtrainer setzt der Klub auf die Kontinuität des Mannes, der die vierthöchste Platzierung der Vereinsgeschichte schaffte – und das nach einer Saison, in der der Absturz drohte wie selten.

Ein tag, zwei väter: getafe spielt mit symbolik

Der Club wählte den spanischen Vatertag, um die Weiterarbeit des 60-Jährigen zu verkünden. Subtiler Seitenhieb: Bordalás feiert in dieser Spielzeit sein zehnjähriges Jubiläum als Getafe-Coach. Die Botschaft ist klar: Hier geht es um Familienzugehörigkeit, nicht um kurzfristige Erfolgsrechnung. Ein Statement, das in Zeiten von Wechsel-Inflation selten geworden ist.

Die Verhandlungen verliefen zügig. Beide Seiten wollten keine Fingerzeige für den Markt abgeben, keine Verunsicherung im Sommerprogramm. Ergebnis: ein Konzept bis 2028, inklusive Option auf weitere Saison, die kaum jemand ausschlagen wird. Bordalás selbst ließ durchscheinen, dass ihm die sportliche Planungssicherheit wichtiger sei als Gehaltsverhandlungen. Ein Satz, der in LaLiga heute so selten klingt wie ein Cordobés-Sieg im Camp Nou.

Vom abstiegskandidaten zum europa-league-gastgeber

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Die Zahlen sprechen Bände. Im Januar kratzte Getafe am Tabellenende, die Differenz zum Relegationsplatz: zwei Zähler. Das Team schien ideenlos, die Stimmung im Coliseum rau. Dann kam der Run: 13 Punkte aus den letzten fünf Spieltagen, Platz sieben, direkte Europa-Qualifikation. Nur Real Madrid, Barcelona und Atlético holten in der Rückrunde mehr Zähler als Getafe. Ein Umschwung, der Trainer und Spieler in die sportliche Riege der Stadt katapultierte.

Der Beweis folgte prompt. Im Mai verlieh der Stadtrat Bordalás den Titel „Hijo Adoptivo de Getafe“. Eine Auszeichnung, die sich selbst Pepe Guardiola nicht erträumt hätte. Der Coach nahm die Ehre mit sichtbarer Rührung entgegen, nannte die Stadt „meine zweite Heimat“ und küsste das Emblem des Stadions. Wenn ein Trainer dies tut, ist es kein PR-Gag, sondern gelebte Identifikation.

Jetzt plant Getafe die nächste Stufe. Die sportliche Leitung will den Kader behutsam verjüngen, ohne die Rumpftruppe zu zerstören, die Bordalás aus dem Nichts geformt hat. Die Fans fragen sich, ob der Trainer mit derselben Intensität weitermachen kann. Seine Antwort war knapp: „Ich habe hier noch nicht genug gelebt.“

Die Konsequenz ist einzigartig: In einer Liga, in der Trainer mittlerweile häufiger gewechselt werden als Taktikbretter, heftet Getafe das Siegel auf eine Ära. Bordalás wird 2028 seine zwölfte Saison in Getafe antreten – sofern er nicht vorher zu seinem eigenen Mythos wird.