Aguilar zieht bilanz: scariolo-aus, mateo-effekt und rubios offene tür

Es riecht nach Neuanfang im spanischen Basket – und kein Wunder: Chus Mateo hat als neuer Nationaltrainer noch kein einziges Spiel verloren. Doch hinter dem 5:0-Start in den Quali-Fenstern steckt laut FEB-Präsidentin Elisa Aguilar weit mehr als ein paar schöne Siege.

Der wechsel im schatten der trikots

„Sergio Scariolo hat uns Jahre lang an die Weltspitze geführt“, sagt Aguilar in ihrem Büro der Nachrichtenagentur EFE. „Als er mir das Gespräch ausrichtete, wusste ich sofort: Jetzt geht ein Zyklus zu Ende.“ Der Kaffeeladen um die Ecke wurde zum Schauplatz eines Abschieds, der ohne Drama, aber mit Respekt über die Bühne ging. Scariolo zog die Reißleine – nicht, weg. Er wollte der FEB nicht im Weg stehen, noch bevor die Gerüchteküche überkochte.

Warum mateo und nicht laso?

Warum mateo und nicht laso?

Pablo Lasos Vita glänzt – Titel mit Real, tief verwurzelt in der Liga. Dennoch entschied sich Aguilar für Mateo. „Chus‘ Profil passt exakt in die Lücke, die jetzt entstanden ist: Nähe zu den Spielern, Auge für Talente, Siegermentalität.“ Ein Satz, der im Vorzimmer des Verbandes nachhallt, wo die Weltmeisterschaft 2027 bereits als Leuchtturmprojekt an der Wand hängt. Mateo soll den Kurs halten – und die Illusion zurückbringen.

Rubios ungeschriebene kapitel

Rubios ungeschriebene kapitel

Dann der Name, der jedes spanische Kinderzimmer elektrisiert: Ricky Rubio. Nach seinem spektakulären Play-off-Auftritt für Joventut brodelt die Frage: Kommt er zurück? Aguilar lächelt vielsagend. „Die Tür steht offen – Chus hat sie extra angelehnt.“ Keine Deadline, kein Druck. Nur die stille Gewissheit: Wer sich auf dem Park so spielen lässt wie Rubio, hat sich das Recht auf Zeit verdient.

Der Countdown läuft. Katar rückt näher. Und während Mateo die Koffer packt, wischt Aguilar einen letzten Gedanken über den Tisch: „Wir haben nicht nur einen neuen Trainer, wir haben frischen Wind in jedem Winkel der Selección.“ Der Wind weht bisher ungeschlagen – und das ist keine Metapher, sondern eine Tatsache, die in der Tabelle steht.