Deutschland feiert medaillenregen: silber und bronze im biathlon-hoch

Am zweiten Wettkampftag der Paralympics 2026 in Mailand/Cortina regnet es Edelmetall für Deutschland – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Drei deutsche Athleten stehen auf dem Podest, zwei von ihnen sogar zum zweiten Mal.

Anja wicker schraubt ihre sammlung hoch

Die Stuttgarterin Anja Wicker lässt die Konkurrenz alt aussehen. Nach Bronze im Sprint sprintet sie im Einzel über 12,5 Kilometer zur Silbermedaille – nur einen Schuss daneben, dafür mit Endorphinen statt Ehrgeiz. Gold geht an Südkorea, doch Wicker strahlt: „Ich muss mich kneifen“, sagt sie im Ziel. Die 29-Jährige bestätigt ihre Form, nachdem sie bereits am Samstag für den ersten deutschen Podestplatz gesorgt hatte.

Hinterher ist nicht Pause angesagt, sondern Nachschlag: Auch Marco Maier legt nach. Der Sprint-Bronzegewinner von gestern wird heute Dritter im Einzel der Stehenden. Mit nur einem Fehler am Schießstand und einem souveränen Auftritt auf der Strecke sichert er sich die nächste Medaille. Zwischenzeitlich führt er sogar, doch Jiayun Cai aus China und Kanadas Mark Arendz sind auf den letzten Metern nicht mehr zu schlagen. Für Maier ist es der zweite Podestplatz innerhalb von 24 Stunden – und ein Beweis, dass seine Kurz-Hosen-Taktik als Glücksbringer funktioniert.

Johanna recktenwald erlöst sich selbst

Johanna recktenwald erlöst sich selbst

Am Samstag noch ohne Medaille, am Sonntag auf dem Treppchen: Johanna Recktenwald schlägt zurück. Im Einzel der sehbeeinträchtigten Frauen holt sie gemeinsam mit ihrer Begleitläuferin Emily Weiss Bronze. Die 27-jährige Deutschlands Para-Sportlerin des Jahres 2025 verwandelt ihren Medaillentraum in hartes Metall. „Ich wusste, dass ich es kann, wenn ich mich nicht verbiege“, sagt sie. Die Bronzemedaille ist ihre erste bei Paralympics – und wohl nicht die letzte.

Doch nicht alle deutschen Starter können jubeln. Christian Schmiedt, Deutschlands Solitär im Para-Snowboard, scheitert im Viertelfinale des Snowboard-Cross. Der 37-Jährige mit Fehlbildung an Händen und Beinen verliert den Anschluss schon nach dem Start, kommt zwar im mittleren Drittel heran, doch Yiyang Liu und Tyler Turner lassen keine Lücke mehr. Schmiedt: „Ich habe zu spät gezündet, aber ich bin nicht am Boden.“ Am 14. März gibt es im Banked Slalom eine neue Chance – und die nimmt er sich.

Für Deutschland steht nach zwei Tagen bereits ein klares Fazit: Das Team ist hellwach, die Form stimmt, der Medaillenspiegel füllt sich. Und das, obwohl die Spiele erst begonnen haben. Die Konkurrenz wird sich warm anziehen müssen – ganz besonders, wenn Wicker, Maier und Co. weiter so abliefern.