Deutsche junioren verpassen französinnen die gold-pleite – 3,8 sekunden reichen

Arber – Windboen, Pulswummern, ein Trikolore-Rad, das im Schneestaub zittert. Mit 3,8 Sekunden Vorsprung rettet Sydney Wüstling den Staffel-Stab ins Ziel – und schiebt dem deutschen Biathlon nach zwei mageren Tagen die erste Goldmedaille der Heim-WM unter den Weihnachtsbaum.

Schießstand liefert die halbe wahrheit

Zehn Nachlader, null Strafrunde. Das klingt nach Routine, war bei Böen von 6 m/s aber ein Rechenexempel mit Herzklopfen. Johanna Lehnung legt als Startläuferin mit 99 % Trefferquote den Grundstein, Melina Gaupp und Leni Dietersberger erlauben sich nur ein Zögern. Frankreichs Quartett dagegen kassiert vier Strafrunden, die Ukraine drei – die Medaillenverteilung entscheidet sich schon auf der Matte.

Was danach folgt, ist ein Katz-und-Maus-Spiel auf 24 Kilometern. Wüstling, erst 17, übernimmt mit 3,8 Sekunden Polster vom letzten Schießen. „Ich hab mir gesagt: Rechnen kannst du nachher, jetzt nur nicht stolpern.“ Die Letzte-Runde-Statistik: 8,1 km/h Schnitt, keine Tiefschneidung, kein Griff ins Salz. Französin Themice Fontaine stemmt sich mit höchster Schlagzahl heran, bleibt aber hinter der Kante. Gold an Deutschland, Silber für Frankreich, Bronze an die Ukraine – mit 19,5 Sekunden Rückstand.

Das ist erst der anfang

Das ist erst der anfang

Für das DSV-Team ist der Triumph keine Eintagsfliege. Wüstling holte am Freitag bereits Bronze über 7,5 km, im Männer-Sprint landete Hannes Lipfert ebenfalls auf Rang drei. Die Bilanz: 1 x Gold, 2 x Bronze – und ein Hauch von Selbstvertrauen für die Weltcup-Debütanten. Bundestrainerin Kristina Halvorsen atmet auf: „Wir haben den Nachwuchs nicht verpennt, wir haben ihn nur gezähmt.“

Die Zahlen sprechen klar: Bei der letzten Junioren-WM 2025 in Östersund ging Deutschland leer aus, jetzt steht schon am zweiten Tag die Goldwand. Der Heimvorteil zahlt sich aus, doch die Athleten machen ihn erst wirklich wertvoll. Pelkum ruft schon am Montag zum Empfang – und wer weiß, vielleicht bringt ja dann schon die U-20-Mannschaft den zweiten Stern mit.