Deutsche curling-crusher: vierte pleite in utah – wm-aus vor dem letzten stein

Ogden schweigt. Die deutschen Curler verlassen die Eisarena mit hängenden Köpfen – und einem 3:8 gegen Schweden auf der Anzeigetafel. Die vierte Niederlage in Serie bedeutet das vorzeitige Aus in der WM-Gruppenphase. Kein Halbfinale, kein Medaillenkrimi, nur noch ein bedeutungsloses Gruppenfinale gegen Italien am Donnerstag.

Muskatewitz-team verpasst playoff-tür bereits vor dem letzten spiel

Marc Muskatewitz, Skip der DCV-Auswahl, stemmte sich nach dem Abklopfen noch einmal vor die Mikros. Doch seine Stimme klang heiser vom vielen Anfeuern – und vom Frust. Die Bilanz gegen die Skandinavier: zwei gestohlene Ends, dafür fünf Gegentreffer in Runde sieben. Der 3:8-Rückstand war nicht mehr aufzuholen. Die Arena in Utah wurde zur Falle.

Der Verlauf der letzten Tage liest sich wie eine Katastropenchronik. Schottland deklassierte die deutsche Mannschaft 10:4, Japan ließ sie beim 4:10 alt aussehen, gegen die Schweiz verloren sie knapp mit 6:7. Jeweils ein Stein zu viel, jeweils ein Taktikfehler zuviel. Die Konsequenz: Platz acht nach zehn Vorrundenspielen. Nur vier Siege, sechs Niederlagen. Für die Playoffs hätten sie mindestens Rang sechs gebraucht.

Cortina-déjà-vu: olympia-aus wiederholt sich in utah

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Bereits bei den Winterspielen in Cortina d’Ampezzo hatten die deutschen Curler das Medaillen-Ticket knapp verpasst – Rang sieben in der Round Robin. Jetzt folgt der nächste Rückschlag. Die internationale Konkurrenz wird nicht langsamer. Die DCV-Verantwortlichen müssen sich fragen, ob die Strukturen stimmen. Die Athleten, ob die Nerven bei Großereignissen halten.

Das Finale gegen Italien um 14 Uhr MESZ ist reine Formsache. Die Gegner auf den Plätzen drei bis seiten bereiten sich indes auf echte K.-o.-Duelle vor. Für Deutschland bleibt nur die Heimreise – und die Erkenntnis, dass sich an der Weltspitze keine Sekunde verschnaufen lässt.

Am 4. April steigt in Ogden das Endspiel. Ohne deutsche Beteiligung. Die deutschen Fans werden das Eis nur noch aus der Ferne verfolgen – und hoffen, dass sich in der nächsten Saison mehr als nur ein Steinchen rückt.