Deschamps schlägt alarm: wm-marathon droht spieler-burnout!
Die Fußballwelt steht vor einer Zerreißprobe. Didier Deschamps, der erfahrene Trainer der französischen Nationalmannschaft, warnt eindringlich vor den Folgen des immer dichteren Terminkalenders für seine Spieler und die gesamte Branche. Seine Worte sind kein bloßer Zynismus, sondern ein Appell angesichts der bevorstehenden Weltmeisterschaft und der rasanten Entwicklung des modernen Fußballs.
Die wm mit 48 teams: ein belastungstest für die athleten
Der Grund für Deschamps' Besorgnis ist die schiere Anzahl an Spielen. Die diesjährige WM wird erstmals mit 48 Mannschaften ausgetragen, was zu einer erheblichen Ausweitung des Turniers führt. Dazu kommen die Reformen in der Champions League mit acht Spielen in der Gruppenphase und potenziellen K.o.-Spielen vor dem Achtelfinale, sowie die aufgeblähte Klub-WM. Die Erholungsphasen schwinden, die Vorbereitungszeiten werden knapp, und die körperliche Belastung der Spieler steigt ins Unermessliche.
„Die Alarmglocken läuten seit Längerem“, so Deschamps im exklusiven Interview mit WELT am SONNTAG. Es geht nicht nur um die messbare körperliche Müdigkeit, sondern vor allem um die psychische Belastung. „Was aber nicht messbar ist: Wie geht es der Psyche eines Spielers? Und die spielt eine wichtige Rolle im Fußball.“ Hier liegt der Kern des Problems: Der Druck, die Erwartungen, die ständige Beobachtung – all das nagt an den Nerven der Athleten.

Favoritenrolle und die unberechenbarkeit des fußballs
Trotz der Bedenken bezüglich der Spielergesundheit sieht Deschamps seine Mannschaft im Kreis der Titelanwärter. „Natürlich wissen wir um unsere Stärke. Wir wurden 2018 Weltmeister, standen 2022 gegen Argentinien im Finale.“ Doch er warnt auch vor Selbstüberschätzung. „Es gibt sechs, sieben Mannschaften, die den Titel holen können: Spanien, Portugal, England, Deutschland, Brasilien und Argentinien zählen dazu.“
Die WM 2022 in Katar hat gezeigt, dass auch vermeintlich kleinere Nationen mithalten können. Der sensationelle Einzug Marokkos ins Halbfinale war ein Weckruf. „Warum sollte es eine derartige Überraschung nicht wieder geben?“, fragt Deschamps rhetorisch. Die klimatischen Bedingungen, die weiten Reiseentfernungen und das hohe fußballerische Niveau machen die Vorhersagen nahezu unmöglich.
Das erste Gruppenspiel gegen Senegal am Dienstag (21 Uhr/MagentaTV und im Live-Ticker bei sportbild.de) wird für Frankreich ein erster Test unter diesen schwierigen Bedingungen. Es bleibt abzuwarten, ob Deschamps' Warnungen Gehör finden und die Verantwortlichen des Weltfußballs endlich Maßnahmen ergreifen, um die Gesundheit der Spieler zu schützen. Denn eines ist klar: Der Fußball kann sich nicht unbegrenzt auf Kosten der Athleten weiterentwickeln.
