Deromedis zerquetscht howden in gällivare: gold-olympiasieger schlägt zurück
In Gällivare schlug Simone Deromedis mit letzter Atemkraft zu. Der 25-jährige Olympiasieger aus Taio nagelte Reece Howden im Zielsprint um eine Handbreit nieder, holte sich den dritten Weltcupsieg dieser Saison – und macht damit die Kontroverse von gestag zu einem Fußnote.
Ein fingerbreit rache für duplessis-kergomard
Die Geschichte begann am Samstag mit einem Schlag ins Gesicht. Youri Duplessis-Kergomard rammte Deromedis aus der Bahn, der Italiener flog raus, der Franzose später auch. Statt zu lamentieren, schärfte sich Deromedis' Blick über Nacht. Am Sonntag fuhr er wie ein Suchscheinwerfer: volle Konzentration auf die rote Linie, keine Risikoparade, pure Kälte. Im Finale gegen Howden setzte er den Turbo erst nach der letzten Wellenkante, sprang zwei Meter weiter, stach mit der rechten Hand ins Ziel. 0,04 Sekunden Vorsprung – so knapp, dass die Daumenkuppe im Fotoziel das Rennen entschied.
Edoardo Zorzi kam trotz Sturz noch auf Rang drei. Der Bergamasker rutschte nach Kontakt mit dem Deutschen Himmelsbach weg, rappelte sich auf und surfte ins Ziel. „Ich hab gedacht, mein Kreuz ist weg, aber das Podest zählt“, sagte er mit verschmiertem Gesicht. Drei Italiener in den Top-Vier – das ist Skicross wie aus dem Lehrbuch, nur dass diesmal niemand einen Schwanz auf dem Eis hatte.

Die bilanz eines wintermärchens
Deromedis fährt nach Hause mit acht Weltcupsiegen, dem WM-Titel 2023 und dem Olympia-Gold von Livigno. „Ich wollte beweisen, dass das gestern nur Schmutz war, kein Makel“, sagte er im Zielinterview. „Heute hab ich bewiesen, dass ich auch nach einem Tiefschlag zurückkomme.“ Die Saison begann in Val Thorens mit einem Doppelsieg der Azzurri, sie endet in Gallivare mit dem nächsten. Wer die Italiener im Skicross unterschätzt, fliegt früher oder später gegen die Bande – oder gegen Deromedis' rechte Hand.
