Der supreme court stoppt navacerrada: skigebiet muss abgerissen werden
Die Pistenspuren von Navacerrada werden bald nur noch Erinnerung sein. Spaniens Supreme Court lehnte am Freitag die letzten Berufungen ab und bestätigte das Urteil des kastilischen Oberlandesgerichts: Die Anlage kommt weg. Keine Einspruchsmöglichkeit. Keine zweite Chance.
Die Richter urteilen, dass die Junta de Castilla y León verpflichtet ist, die Lifte, Schneekanonen und Buden zu entfernen und das Gelände im Pinar de Valsaín in seinen Urzustand zurückzuversetzen. Die Konzession war schon 2021 ausgelaufen, doch Betreiber und Regionalregierung zogen bis zuletzt die juristische Kartenschleuder.

Die frist endet jetzt – was bedeutet das für den wintertourismus?
Die Junta hatte sich lange herausreden wollen: „Wir sind nicht zuständig für Nationale Parke“, hieß es. Doch das Gericht stellte klar: Das Naturschutzgesetz überträgt der Region exakt diese Kompetenz. Wer die Berge verwaltet, muss auch für Abriss und Renaturierung zahlen.
Ministerium für ökologischen Wandel hatte bereits 2021 angekündigt, keine neuen Lizenzen für die Pisten Escaparate, Telégrafo und El Bosque auszustellen. Die Fläche kehrt in den öffentlichen Waldstatus zurück – ein Präzedenzfall für alle spanischen Skiprojekte innerhalb von Nationalparks.
Die Entscheidung könnte Kettenreaktionen auslösen. Skigebiete in Sierra Nevada, Picos de Europa und den Pyrenäen stehen unter ähnlicher Beobachtung. Umweltverbände jubeln, Bergbahnaktien sinken. Die spanische Wintersportbranche verliert damit eine ihrer traditionsreichsten Adressen.
Die Uhr tickt. Die Junta hat keine Berufungsfrist mehr. Abrissbagger statt Schneekanonen – das wird das neue Bild am Puerto de Navacerrada. Für passionierte Skifahrer heißt es ab sofort: Adióv, pistenvergnügen am Sierra-Bögen. Die Berge bleiben – der Betrieb nicht.
